Monel-Saiten

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Multitone
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Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Fr 25. Nov 2016, 10:26

So. Ich habe es getan und mal auf die Reverend-Strat/Tele Monel-Saiten draufgenagelt.
Das Spielgefühl ist verglichen mit Elixir anfangs etwas stumpf und störrisch, aber das gibt sich.
Und muss sagen: Ideal für Leute, denen v.a. Vintage-Amps bzw. Einkanaler etwas zu wabberig in den Bässen sind. Die Bässe werden schlank, definiert und knorpelig. Man kann den Regler am Amp also wieder höher als Null stellen. ;-)

Der Klang ist irgendwo zwischen Pure Nickel und normalen Stahlsaiten, tendenziell klanglich und vom Output her eher auf Seiten von Nickel als von Normalstahl.
Wer also Allergiker ist, aber einen klassischen Sound sucht für klassische Gitarren und Amps, das ist mal einen Versuch wert.
Und die Pyramids sind gar nicht mal teuer. Wie lange sie durchhalten, muss sich allerdings erst herausstellen. Da fürchte ich nichts Gutes.

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Matt 66
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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Matt 66 » Fr 25. Nov 2016, 11:37

Die Teile stehen auch noch auf meiner to check out list.
Beim T steht in den User Reviews, dass die umwickelten Saiten deutlich weniger Output liefern als normale Saiten, und dass v.a. der Sprung zwischen d- und (nicht umwickelter) g-Saite zu drastisch sei. Kannst Du das bestätigen bzw. kommentieren?

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Fr 25. Nov 2016, 12:10

Ja, das war auch mein tendenzieller Eindruck, das ist spür- und hörbar, wenn man andere Anschlagshärte gewohnt ist.
Man muss da die Spielweise etwas umstellen. Ob man das will oder kann, ist eine andere Frage.
Für dezentere Spielarten finde ich das insgesamt schon einen Gewinn.
Im Rockbereich eher nicht so.

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spanking the plank
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Re: Monel-Saiten

Beitragvon spanking the plank » Di 29. Nov 2016, 13:18

Ich spiele ab und zu die "normalen" Pyramids 9-46er Satz für 3,60 Euro. Bei Strat und Tele reißen dort die hohen E-Saiten schon nach kurzer Zeit überproportional oft, verglichen mit Ernie Ball oder D´Angelico-Saiten. Ist das bei diesen "Monel"-Saiten auch so?

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Di 29. Nov 2016, 15:30

Früher, vor 30 Jahren, als ich noch dachte, Gary Moore und Yngwie in einer Person werden zu müssen, da rissen bei mir quasi täglich D'Addario-Saiten auf der hohen E.
Seit ich 10er-Sätze nutze und nur noch Hausfrauenjazz spiele, habe ich in 10 Jahren vielleicht zweimal eine hohe E von den teuren Elixir geopfert.
Die Monel werde ich somit wohl nicht kaputtkriegen.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Matt 66 » Di 29. Nov 2016, 15:49

Mir reißen eigentlich nie Saiten. :dontknow: Wenn, dann nur direkt an der Wickelachse, wenn man zu oft völlig runter- und wieder raufstimmt (was beim Einstellen der Oktavreinheit manchmal nötig ist). Das nervt mich dann besonders, wenn die nigelnagelneue Saite dort bricht - und man keine einzelnen Ersatzsaiten hat... :mad:

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Schnabelrock » Di 29. Nov 2016, 17:26

Aber warum eigentlich sollte man die Monel jetzt nehmen? Ich lese überwiegend Nachteile.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Di 29. Nov 2016, 19:59

Allüberall wird doch immer gejammert, dass klassische Einkanaler einen Schwammerlbass haben, den man zwecks Definition quasi komplett rausdreht am Amp.
Wer keinen Basscut-Regler an der Gitarre hat (und das ist wohl die Regel), der hat so eine Möglichkeit, das Gewaber zu verschlanken und zusätzlich gerade bei Gitarren mit Hohlraum auch etwas gegen Feedback-Gewummer zu tun und dabei einen recht authentischen Pure-Nickel-Sound zu bekommen.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon spanking the plank » Mi 30. Nov 2016, 09:22

Hallo Multi,

dafür nehme ich eine 30 Euro TS-Kopie von JoJo. Der macht GENAU das, was auch der Original-TS macht. Verschlankt die Bässe. Da brauch ich keine teuren Saiten.

Klingt übrigens auch wie der Maxon/Ibanez TS.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Mi 30. Nov 2016, 10:02

Er verschlankt zwar die Bässe, rotzt aber diese merkwürdigen Mitten drauf und hebt den Pegel.

Ich rede von blanko old-school Gitarre-Kabel-Einkanaler. ;-)
Konkret: So Sachen wie Gretsch-Kabel-Tweed Deluxe an der Matschgrenze.
Beliebig ersetzbar durch P90-SG, AC30, Tele, Bluesbreaker, Bassman, Strat ...

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Schnabelrock » Mi 30. Nov 2016, 10:11

Okay. Ich habe allerdings zwei Einkanaler, die mir solche Probleme nicht bescheren (Cornford, Soldano). Aber kann natürlich sein, dass andere - speziell Fender - mit sowas zu kämpfen haben. Für mich ein neues Problem (anderer Leute).

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Mi 30. Nov 2016, 10:40

Der Corny und der Soldi sind ja wahrscheinlich auch etwas moderner ausgerichtet, das macht natürlich vieles in heutigen Spielsituationen praktikabler.
Mein Stephenson ist schon sehr klassisch gelayoutet und wabbelt auch etwas, wenn man's übertreibt.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon spanking the plank » Mi 30. Nov 2016, 10:40

Der Pegelanhebung kann man durch Betätigung des Volumenreglers am Effektgerät oder am Amp begegnen.

Mitten finde ich gut. So extrem ist die Mittenanhebung im Übrigen nicht. Das Entscheidende ist doch, dass die Bässe geglättet werden. Hier meine ich den Marshall 1974 X Combo.

Beim "verpönten" :laughter: Engl Gigmaster oder dem M. DSL Combo oder dem JTM 30 Combo bekommt man mit einem TS etwas mehr Durchsetzungsfähigkeit spendiert, die mulmen nämlich nicht in den Bässen. Auch die Fenders 22 W, 60 W Röhrenamps kommen mit dem TS-Clone bestens klar.

Ich hab im Gegensatz zu Keef R. keinen 50er Deluxe und keinen Bassman. Aber ich vermute, der Grund, warum old Keef (der echte von den Stones) den OCD-Drive von Fuller benutzt, liegt genau darin begründet. Eine Antifurzreaktion in den Bässen zu bewirken.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon poundcake » Mi 30. Nov 2016, 10:55

Mir hat der Pyramid Chef diese Saiten zum Test geschickt. Nach dem Aufspannen dachte ich erst mein Marshall
wäre defekt. Kam kaum was aus den dicken Saiten raus. Nach Umstöpseln und 2tem Satz Saiten wußte ich- das
ist gewollt. Und es ist wirklich krass! Ich schreibe das ohne Wertung- ich hab sie jedenfalls nach 5 Minuten abgezwickt.
Dagegen klangen sogar die Pure Nickel richtig klar und rockig.....und das will was heissen.

Kenne aber auch Jazzer die Monel super fanden.

GRüße

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Mi 30. Nov 2016, 11:24

Ich werde die auch von der Tele reißen und auf die Gretsch-Reverend umspannen. Dort könnte das perfekt passen, da ich den Bass-Cut dort immer halb zu habe aufgrund des Koppelns bei hohen Lautstärken.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon poundcake » Mi 30. Nov 2016, 12:46

Genau- könnte klappen. Da kenn ich auch einen der die auf seiner Gretsch hat.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Markus » Mi 30. Nov 2016, 13:30

poundcake hat geschrieben:Genau- könnte klappen. Da kenn ich auch einen der die auf seiner Gretsch hat.


Die Welt ist aus den Fugen. Da kaufen sich Menschen schöne Gitarren und bespannen sie dann absichtlich mit Saiten, die mumpfig klingen :facepalm:

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Mi 30. Nov 2016, 13:47

Nee eben das tun sie ja nicht, mein Guter!
Sie sind nur leiser und schlanker!

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon silversonic65 » Mi 30. Nov 2016, 14:47

"Leise und schlank" klingt irgendwie positiv langweilig.

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Re: Monel-Saiten

Beitragvon Multitone » Mi 30. Nov 2016, 15:26

Laut und scheiße ist aber auch nicht besser!
:22:


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