Tele NeckPU

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Mr Knowitall
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Tele NeckPU

Beitragvon Mr Knowitall » So 15. Jan 2017, 19:42

Ich hab in meiner Tele am Hals einen Twang King und am Steg einen Chopper T - 250kOhm Potis.
Ich muss sagen, dass bei PUs im Vergleich zu meiner Strat als auch zu meinen Humbuckergitarren eher dumpf sind. Mir zu dumpf.
Der Chopper ist ja ein Humbucker, da sehe ich das milde Höhenbild mit 250kOhm ein, aber der HalsSC?
Ist das normal? Brauchen Teles 500KOhm?

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Bierschinken
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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Bierschinken » Mo 16. Jan 2017, 10:27

Ein "Brauchen" gibt´s da nicht.
Je Höher der Gesamtwiderstand, desto weniger wird der Pickup belastet und bringt damit eine höher gelegene Resonanzfrequenz.
Das wird dann von den meisten als "mehr Höhen" wahrgenommen.

Nachteil: Beim leiser drehen, liegt vor der Eingangsröhre nun ein größerer Widerstand = Es wird dumpfer.
Workaround; Treble-Bleed-Kondensator. Damits in ganz leisen Stellungen nicht klingelig wird, noch einen Widerstand parallel.

Einfaches Beispiel; mir gefällts bei vielen Strats mit 500k besser. Damits dann klanglich passt, kommt ein 220pF Kondensator parallel mit einem 560k Widerstand als Treble Bleed in Serie zu einem 68k Widerstand.

Wenn das Poti dann noch ein übliches log-Poti ist mit 10% oder 15% Log-Kurve, dann verbessert sich im Crunch/Overdrivebereich auch die Regelcharakteristik und man erhält ein ca 25-30% Poti (Crazy Parts verkauft das z.b. teuer als "TVT (True Vintage Taper)". ;-)

poundcake
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Re: Tele NeckPU

Beitragvon poundcake » Di 17. Jan 2017, 09:15

Tja- dumpfe Telepickups sind (im Vergleich zu Strats) wohl eher die Regel. Kommt natürlich auch auf die Klampfe an- 'ne Ahorn oder Esche Tele macht das möglicherweise schon wett.

Deine beiden Pickups sind eigentlich sehr geil. Der Chopper klingt mit 500er korrekt- der TK dürfte auch aufleben- die von Bierschinken genannte Frequenz kann aber auch schnell unangenehm sein- so echte Höhen sind das nicht, es wirkt teilweise vom Spielgefühl teilweise sehr "knochig/hart". Mußt du ausprobieren- ich bin beim 330er am Volumen und 500er am Ton hängengeblieben.

Kämpfe mit diesem Problem seit Jahren- es will sich einfach keine wirklich stimmige Kombination aus Tele-Neck-Pickup und Humbucker (auch SC Format) am Steg ergeben- irgendwas nervt immer...entweder der Lautstärkeunterscheid und v.a. das Höhenbild oder das "gefühlte gain"...

Habe gestern übrigens mal wieder den TK bestellt- Andere Pickups v.a. noiseless Pickups waren diesbzgl. noch viel schlimmer;

Ach ja: Was immer hilft- Kappe runter! Neutrale Kappen? ....selten so gelacht!!! Schaut halt scheiße aus...;-)

Ich habe jetzt fast alle durch, bis auf ein paar Budicke Hersteller- der TK ist einer der Besten, wenn man etwas Frische mag;

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Tom
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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Tom » Di 17. Jan 2017, 09:28

Ein Schüler von mir hat ebenfalls überraschend dumpfe Tele PU's drin.
Die ganzen Artefakte beim Zurückregeln der Git-Potis sind mir ja willkommen; wie mans neutraler macht hat ja der famose Bierschinken erklärt.

Ich hab das Joe Barden "Danny Gatton" Set drin, welches mir sehr gefällt.
Das kann ich empfehlen. Optisch nicht direkt misslungen, aber für Nostalgiker natürlich Pfui!
Mir als Mucker völlig wurscht, die Optik. :-)

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon silversonic65 » Di 17. Jan 2017, 11:04

Kenne das Problem von früher.
Bei meiner jetzigen Tele (Haar) klingt aber nix mehr dumpf. Drinnen sind Voodoo 50s.
Ob`s an den PUs, an der Tele an sich oder an beidem liegt, kann ich nicht sagen :dontknow:

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Cat Carlo
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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Cat Carlo » Di 17. Jan 2017, 12:14

Am dumpfen Klang sind meistens zu geringe "Lastwiderstände" am Tonabnehmer schuld. Deswegen haben Gitarren Amps ja auch einen Eingangswiderstand von 500-1000kohm. Dumpf klingt deswegen eine Gitarre an einem Mikrofoneingang mit 2kohm Eingangswiderstand.

Vorschlag: Da Du ja deine PU selbst einlötest mach mal einen Test um zu sehen, was man als Abhilfe machen könnte: PU direkt an die Ausgangsbuchse ohne Klangregler und Volumenpoti, die müssen vom Signalweg vollständig getrennt werden. Masseverbindungen sind egal und können bleiben. Sollst ja nicht alles rausreißen. Wenn es kann immer noch zu dumpf ist, liegt es klar am PU. Wenn es zu schrill klingt liegt es an den anderen Komponennten. Wenn es gerade richtig klingt, haste ein Problem. :think:

Sehe gerade, dass sich dass natürlich mit den Aussagen von Bierschinken überschneidet. Ist teilweise die gleiche Aussage, aber der Test sagt schon mal, wo mann gucken muss.

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon spanking the plank » Di 17. Jan 2017, 13:03

Hier geht es ja um den Hals-PU einer Telecaster. Ich hab eine 52er RI Tele von Fender von 1996. Ursprünglich war der Halstonabnehmer ja "jazzig"
eingestellt, mit anderen Worten: megadumpf. Da konnte man auch nichts regeln am Tonregler. Höhen waren ein Fremdwort. Aber es war ja der Umbausatz für den "modernen" Telehalstonabnehmerklang dabei. Dies hab ich damals sofort gemacht und der Klang ist ähnlich wie bei einer Strat, jedenfalls nicht "dumpfer" oder weniger höhenreich. Es ist nur so, mir würde eine Tele Esquire reichen, also mit nur einem Stegtonabnehmer. Bei mir ist der PU-Wahlschalter immer unten, ich spiele nur den Steg- oder Brückentonabnehmer. Und ja, der hat Höhen ohne Ende. Egal ob clean oder verzerrt, der gehrt durch Granit. Damit auch durch den Mix. Und wenn man auf Bryan May Sound und die Weniger-Höhen-Fraktion steht (was ist nicht tue) kann man ja am Tonregler ein paar Höhen wegdrehen. Ich meine allerdings, eine Tele MUSS knallen und dafür braucht es halt die Höhen, sonst kann ich ja auch ne andere Gitarre benutzen.

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Mr Knowitall » Di 17. Jan 2017, 19:37

Danke für all eure Meldungen.
Ich hätte halt am Hals gern einen stratigen Sound, nicht so einen weichen.

Den Chopper hatte ich rumliegen, aber eigentlich hätte ich lieber einen echten SC, denn Humbuckergitarren habe ich schon.

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Tom » Di 17. Jan 2017, 20:45

Der Barden Tele Hals PU klingt wirklich nach SC (halt ohne Brumm und Dimmer-Alesia) und üüüüüüüüberhaupt kein bissl nach HB.
Der sehr gute Gitarrenbauer Florian L. aus Kranzberg, hier im Forum "unicut" verbaut u.a. gut und gerne Joe Barden PU's.
Er weiß warum.

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Bierschinken » Mi 18. Jan 2017, 07:10

Hat der Hals-PU ne Dummyspule um das Brummen zu unterdrücken?

Ich hab nur wenige Stacked-SC oder "Noiseless"-SC ausprobiert, aber stetig den Höreindruck, dass die Resonanz etwas tiefer liegt als bei einem normalen Einspuler. Mir fehlte da immer dieser "Knack" im Sound.
Ich würde z.b. gerne mal die Vintage Thomas Blug ausprobieren; er betont ja meist, dass das sehr klangneutral läuft mit seiner Dummyspule.

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Schnabelrock » Mi 18. Jan 2017, 09:14

Tom hat geschrieben:Der Barden Tele Hals PU klingt wirklich nach SC (halt ohne Brumm und Dimmer-Alesia) und üüüüüüüüberhaupt kein bissl nach HB.
Der sehr gute Gitarrenbauer Florian L. aus Kranzberg, hier im Forum "unicut" verbaut u.a. gut und gerne Joe Barden PU's.
Er weiß warum.



Ich sehe zumindest Livekonzerte mit Menschen wie Springsteen und Parfitt/Rossi und das klingt absolut teleesk und wenn man dann auf den Bildschirm schaut, sinds schmale Humbucker ....

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 18. Jan 2017, 12:30

Alter Schwede, diese Barden Dinger kosten 350€!

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Läster Paul » Mi 18. Jan 2017, 14:16

Mr Knowitall hat geschrieben:Alter Schwede, diese Barden Dinger kosten 350€!

Irgendwer erzählt doch immer, das der Sound aus den Fingern kommt.
Wer war das bloss.:scratch:

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Läster Paul » Mi 18. Jan 2017, 14:19

Schnabelrock hat geschrieben:
Tom hat geschrieben:Der Barden Tele Hals PU klingt wirklich nach SC (halt ohne Brumm und Dimmer-Alesia) und üüüüüüüüberhaupt kein bissl nach HB.
Der sehr gute Gitarrenbauer Florian L. aus Kranzberg, hier im Forum "unicut" verbaut u.a. gut und gerne Joe Barden PU's.
Er weiß warum.



Ich sehe zumindest Livekonzerte mit Menschen wie Springsteen und Parfitt/Rossi und das klingt absolut teleesk und wenn man dann auf den Bildschirm schaut, sinds schmale Humbucker ....

Beim ollen Rick zumindest klang es nach SC, weil er SC in seiner Tele drinhatte. Wobei die eher in Richtung P90 gehen.

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Schnabelrock » Mi 18. Jan 2017, 16:52


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Re: Tele NeckPU

Beitragvon spanking the plank » Mi 18. Jan 2017, 16:56

Ja stimmt, Rossi spielt HB, die wie SC an seiner Tele klingen. Hier wurden die Joe Barden HB für Tele empfohlen. Es gibt auch noch ein deutsches Produkt, das gut klingt. Die Ray Gerold HB für Tele (und Strat). Sehen fast so aus wie die Joe Bardens. Das Paar kostet nur 475 Euro.
Aber das sollte uns richtig guter Tele-Twang ohne brummen doch wohl wert sein, was Männer?

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Schnabelrock » Mi 18. Jan 2017, 16:58

In meiner Jugend hätte man jeden Menschen mit solchen Preisvorstellungen laut ausgelacht, wäre nach Hause gegangen und hätte sich ein Carport vom den Geld fürs Mofa errichtet (mit Pflasterung).

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon spanking the plank » Mi 18. Jan 2017, 17:06

ich hab mir für etwas wenig mehr eine neue Anliegerbrücke aus Eichen- und Akazienholz zu meinem Grundstück bauen lassen. Da war der reine Holzpreis schon includiert. Ich liebe Ungarn :mrgreen:

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 18. Jan 2017, 20:42

Hab die Potis mal abgelötet.
Ist mir immer noch zu dumpf.
Zum Vergleich:
Meine Strat hat Kinmans und die Humbuckergitarren haben Pafs, Ahorndecken und Ebenholzgriffbretter.
Das klingt anscheinend alles viel höhenreicher als mir das bewusst war.

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Re: Tele NeckPU

Beitragvon Läster Paul » Mi 18. Jan 2017, 21:26

Schnabelrock hat geschrieben:Aber beim Rossi nicht, Freundchen. :mag:

Stimmt, war mein Fehler:
https://www.bing.com/images/search?q=ro ... &FORM=IGRE


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