The ultimate Zerrer-Test

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Reinhardt
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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Reinhardt » Sa 11. Nov 2017, 21:29

Ich habe jetzt den verspätet bezahlten Caline Pure Sky.
:mrgreen:
Nun, ein Vorredner hat das gut beschrieben: Das Zerrverhalten ist mit pornografisch treffend umrissen.
Mit 16 Jahren für 30 Euro so einen Zerrer, dafür hätte ich meine Großmutter verkauft.
Heute sage ich: Er ist mir zu klebrig.Was aber super kommt, wenn man sehr leise spielt. Im Livemodus mit hoher Dynamik und geforderter Wechselwirkung mit Amp und Volumepoti aber hat er irgendwie nicht die Interaktion wie ein Boutque-Zerrer. Ich kann mir nach dem, was ich von Matt Schofield kenne, auch beim besten Willen keine Parallele zu einem Vemuram herleiten vom Klangcharakter her.
Er klingt für mich eher wie die frivole Variante eines fetteren Vahlbruch.
Für den Preis ist die Signalgüte wirklich gut, aber boutique ist sie nicht.
Alles in allem aber für bestimmte Zwecke sehr gut einsetzbar, für den Preis sensationell.

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silversonic65
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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon silversonic65 » So 12. Nov 2017, 09:59

Spanish Tony hat geschrieben:So, ich hab jetzt den secret Preamp bestellt. Wehe der ist scheiße

Schade, dass du Karen nicht mehr hast... der SP hätte ihr das , was du an ihr nicht mochtest, ausgetrieben.
Hatte gestern meinen ersten Gig mit der Kombi :up:
Ich hoffe, er gefällt dir.
Zuletzt geändert von silversonic65 am So 12. Nov 2017, 10:12, insgesamt 1-mal geändert.

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silversonic65
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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon silversonic65 » So 12. Nov 2017, 10:08

Reinhardt hat geschrieben:...Ich kann mir nach dem, was ich von Matt Schofield kenne, auch beim besten Willen keine Parallele zu einem Vemuram herleiten vom Klangcharakter her...

So ist das! Auf die ganzen Vergleiche in YT gebe ich keinen Cent (nach meine gemachten Erfahrungen)!
Sei es Klon, Vemuram oder sonst etwas. Ja, manchmal gibt es Ähnlichkeiten, aber es klingt nie (!) genauso, wie das Original.
Wohlgemerkt, man ist in der Lage, die Unterschiede zu hören.
Dabei ist nicht auszuschließen, dass einem eine Kopie (besser) gefällt.

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Reinhardt
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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Reinhardt » So 12. Nov 2017, 11:06

Bei mir klingt grundsätzlich jeder Zerrer härter, greller und dynamischer als in Videos oder bei anderen bei ähnlichen Einstellungen.
Was ich eher nervend finde. Mal abgesehen von meinem bekannten Volume-auf-1-und-schon-zu-laut-Problem.
Und sage mir keiner, es läge an den Speakern.
Ob Les Paul oder Strat, ob Bandmaster oder Koch, ob Greenback oder WGS G/S, es ist immer so, dass es nach Andy Summers und nie nach Larry Carlton klingt. (Also nach weggedachtem Abzug der spieltechnischen Mängel ...)

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Schnabelrock
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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Schnabelrock » So 12. Nov 2017, 12:17

Reinhardt hat geschrieben:Ich habe jetzt den verspätet bezahlten Caline Pure Sky.
:mrgreen:
Nun, ein Vorredner hat das gut beschrieben: Das Zerrverhalten ist mit pornografisch treffend umrissen.
Mit 16 Jahren für 30 Euro so einen Zerrer, dafür hätte ich meine Großmutter verkauft.
Heute sage ich: Er ist mir zu klebrig.Was aber super kommt, wenn man sehr leise spielt. Im Livemodus mit hoher Dynamik und geforderter Wechselwirkung mit Amp und Volumepoti aber hat er irgendwie nicht die Interaktion wie ein Boutque-Zerrer. Ich kann mir nach dem, was ich von Matt Schofield kenne, auch beim besten Willen keine Parallele zu einem Vemuram herleiten vom Klangcharakter her.
Er klingt für mich eher wie die frivole Variante eines fetteren Vahlbruch.
Für den Preis ist die Signalgüte wirklich gut, aber boutique ist sie nicht.
Alles in allem aber für bestimmte Zwecke sehr gut einsetzbar, für den Preis sensationell.



Finde ich genauso. Wobei der Pure Sky eigentlich immer als Timmy-Ähnlicher gilt und ich noch nie gehört habe, dass ihn einer mit Vemurams Teilen oder Matt Schofield in Verbindung bringt.

Den Marble FX Ramble 3 habe ich prompt gegen einen MXR Carbon Copy getauscht. Bringt mich auf meiner Suche nach einem Marshall-Pedal einfach nicht in die gewünschte Richtung. Der Carbon Copy ist geil, der bleibt. Nach dem richtigen Marshall-Pedal muss ich halt weiter gucken.

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Läster Paul » So 12. Nov 2017, 15:05

[quote="Reinhardt"Und sage mir keiner, es läge an den Speakern.[/quote]
Doch.
Ob Les Paul oder Strat, ob Bandmaster oder Koch, ob Greenback oder WGS G/S, es ist immer so, dass es nach Andy Summers und nie nach Larry Carlton klingt. (Also nach weggedachtem Abzug der spieltechnischen Mängel ...)

Der Sound kommt nunmal aus den Fingern, genauer gesagt aus dem Kopf. Ist vergleichbar mit Autofahren: Wenn du aus Angst lieber zu früh auf die Bremse trittst, dann wird das mit dem Rennen fahren nichts.

Der Pure Sky ist kein reiner Timmy Klon, weshalb die 1:1 Vergleiche auch nichts werden.

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Reinhardt
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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Reinhardt » So 12. Nov 2017, 17:19

Ich dachte immer, der Pure Sky sei eine Kopie des Jan Ray.
Ok,vielleicht ist auch der Timmy eine Kopie des Jan Ray oder umgekehrt. Dann würde sich kein Widerspruch ergeben.

Ich habe nachgedacht. Vielleicht spiele ich zu laut. Bei mir sind bei allen Amps sowohl Vor- als auch Endstufe mindestens auf 50% aufgedreht, eher meist irgendwo bei 70-80%. Sprich, ich spiele nie Setups für die Bühne im Wohnzimmer (außer es sind keine Röhrenkonstruktionen, also Jazzverstärker oder Akustikverstärker). Was aber wahrscheinlich die Mehrheit tut, habe ich den Eindruck. Mag sein, dass daher auch viele Zerrer dafür ausgelegt sind, mit reiner Vorstufenzerre zu kommunizieren und auch den entsprechenden Hörkurven EQ-mäßig zu schmeicheln. Und das funktioniert ja wohl auch verblüffend gut, wenn ich mich da an Buttis neuen Budda erinnere, bei dem ich so was nicht für möglich hielt, dass man mit Mehrkanalern, die auf viel Gain ausgelegt sind, die kalifornische Methode erfolgreich durchziehen könnte, weil der Cleankanal oft keineswegs steril ist.
Wobei es schon einen Sinn ergibt, Hubraum ist ja durch nichts zu ersetzen, auch wenn man ihn mal nicht braucht. :mrgreen:
Aber in diesem Crunch-Kontext funktionieren viele Vollbedienungszerrer für mich nicht so wie ein (Treble-)Booster oder ein Fuzz.
Was ja eigentlich elektrotechnisch und hörphysiologisch logisch ist. :dontknow: :victory:

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Schnabelrock
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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Schnabelrock » So 12. Nov 2017, 18:31

Ja. Ich spiele zwei kleine Amps sowohl zu Hause als auch unter echten Bedingungen. Einen 18Watt von Soldano und einen von Rivera.
Beide nutze ich zuhause mit einigen Pedalen und guten Erfolgen und lenke sie in Richtungen, die ich gern höre und die mir Spaß machen.

Live funktioniert das nicht, klingt überkomprimiert, überdreht, bietet keinen Mehrwert ggü. dem Amp selbst etc. Da geht tatsächlich, das musste ich auch erst verstehen, ein einfacher Bogner Harlow für Leads am besten, der eine Mischung aus Booster und Kompressor ist. Auch Overdrives, die zu Hause phänomenal klingen, sind vor einem selbst zerrenden Amp einfach nicht der wahre Jakob. Vielleicht gehen die vor einem fetten Marshall, Engl oder Orange, vor einem sowieso schon aufgeregten, kleinen Amp nicht.

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Spanish Tony
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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Spanish Tony » So 12. Nov 2017, 19:23

Was hat dir am Ramble nicht gefallen?

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Schnabelrock » So 12. Nov 2017, 19:36

Ich fand, der fängt erst ab "recht laut" geil zu klingen. Laut klingen meine Amps aber sowieso, siehe oben. Ich habe gern welche, die zu Hause gut klingen. Ich bin keiner, der ohne bewegte Luft Wunder erwartet, aber mit ein bisschen über Zimmerlautstärke sollte das Ding zumindest anfangen, guten Sound zu liefern.

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Spanish Tony » So 12. Nov 2017, 19:46

Meiner Ansicht nach ist diese kleine-Amps-Nummer ein riesiger Irrtum, weil alle dabei immer nur an Lautstärke denken.

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Klampfe » Mo 13. Nov 2017, 12:39

Wie meinst du das?

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Spanish Tony » Mo 13. Nov 2017, 13:37

Lautstärke ist halt nicht das Maß aller Dinge. Es geht auch um Stabilität, Kompression, Bassfrequenzen...Leichtes Anzerren ist durchaus attraktiv, aber
wenn die Endstufe zu sehr einbricht, ist das oftmals nicht so toll. Manche Designs sind schon ganz cool (zb. der Fender Deluxe). Ich glaube allerdings, ein großer Sound braucht auch einen großen Amp

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon silversonic65 » Mo 13. Nov 2017, 14:28

Wobei bei der Betrachtung auch die Dimensionen der Trafos berücksichtigt werden sollten.
Dicker Trafo = großer Headroom

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Reinhardt » Mo 13. Nov 2017, 14:42

Yep!
Und Billy Gibbons war früher jedenfalls immer der Meinung: Small Amp = big sound.
Und wenn einer wahrlich leckere Sounds auf Platte bannte vor der Eliminator-Phase, dann wohl der ...
wobei ich denke, dass das, was Tony meint, dazu kein Widerspruch sein muss.
Ich mag übrigens einbrechende Endstufen. In bestimmten Fällen.

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Spanish Tony » Mo 13. Nov 2017, 14:42

du sagst es, Mr. Silver!

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Spanish Tony » Mo 13. Nov 2017, 14:52

ein gut abgenommener 58er Tweed Deluxe mag im Studio sehr cool sein. Das ist aber nicht allgemein auf die Live Situation zu übertragen.

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Reinhardt » Mo 13. Nov 2017, 14:59

Stimmt, das hängt aber auch davon ab, ob und womit mikrofonisch abgenommen wird und welche PA-Verhältnisse gegeben sind.

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon Spanish Tony » Mo 13. Nov 2017, 15:08

du sagst es, Django!

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Re: The ultimate Zerrer-Test

Beitragvon silversonic65 » Mo 13. Nov 2017, 15:09

Wir haben am Samstag in einer sehr schönen, aber auch sehr kleinen Location gespielt.
Das bedeutet, es galt Lautstärke zu vermeiden. Der Drummer spielt daher sein kleinstes Set mit
Rods.
Ich habe überlegt, ob ich meinen Amp so schalte, dass er mit der kleinsten Leistung fährt (9 Watt),
habe ihn aber auf Volllast betrieben (38 Watt) und bin mit dem Volumenregler entsprechend
weit runter gegangen. Gefällt mir besser, da so mehr Headroom vorhanden ist.


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