Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

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Matt 66
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Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

Beitragvon Matt 66 » Mi 28. Jun 2017, 16:47

Wie ist das denn jetzt, so rein physikalisch?
Mal angenommen, ich habe einen Amp mit Einschleifweg und einen Haufen Pedale, die teils in den Effektweg kommen sollen, und teils vor den Amp. Alle Pedale werden grundsätzlich über Daisy Chains von leistungsstarken (bis 1A) 9V-Netzteilen gespeist.
Sollten nun idealerweise alle Pedale von dem selben Netzteil gespeist werden? Oder sollte man das gerade nicht tun, und lieber zwei Netzteile benutzen, eines für den Effektweg, eines für alles vor dem Amp? Und wie ist es dann mit den Stromanschlüssen von Amp und Netzteil(en)? Sollten idealerweise alle am selben 240V-Anschluss hängen, oder ist das eher brummschleifenbegünstigend (und Rauschen, Brizzeln usw.), sollte man also vielleicht zwei getrennte Stromwege gehen, einen für Amp und Einschleifweg, einen für die Treter vor dem Amp?

Jetzt bitte nicht sagen: Probier es doch einfach aus! Dafür fehlen mir Zeit und Nerven. Ich will das jetzt mal rein physikalisch begründet haben mit Masse, Potential und was es da so alles gibt.

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Bierschinken
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Re: Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

Beitragvon Bierschinken » Mi 28. Jun 2017, 17:27

Hola,

das Beste, was du machen kannst, ist jeweils ein Effekt aus einem separaten, galvanisch getrennten Zweig zu versorgen.
Dann kann zumindest technisch mal keine "Brummschleife" entstehen.

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Matt 66
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Re: Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

Beitragvon Matt 66 » Mi 28. Jun 2017, 17:44

Jo, das glaube ich sofort. Aber mir geht es jetzt um normale Netzteile und Daisy Chains. Anders ausgedrückt: lieber so viele Netzteile wie möglich oder lieber alles an einem hängend? Angenommen ich hätte eine 5-fach Steckdosenleiste und 5 Netzteile, die ich da anschließen würde, und jedes davon speist ein Pedal, ist das dann auch schon quasi "galvanisch getrennt"? Wäre das dann "sauberer" als ein Netzteil mit Daisy Chain?

P.S.
Dein Paket liegt offenbar bei der Post... Die kommen immer, wenn ich grad mal nicht da bin...

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silversonic65
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Re: Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

Beitragvon silversonic65 » Mi 28. Jun 2017, 18:38

Mit Batterien hat man solche Probleme nicht.

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Cat Carlo
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Re: Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

Beitragvon Cat Carlo » Mi 28. Jun 2017, 20:12

Hm, det ist echt schwer zu erklären. Grundsätzlich: wir reden über Brummschleifen, nix anners. Also ken Britzeln, ken Radioempfang über den Steg Pick-Up und so on. Nur Brummschleifen.

Der Brummschleife ist das Transformatorprinzip zu Grunde gelegt, sie "lebt" davon. Also: Du nimmst einen Leiter, legst den in Form einer Schlinge hin (oder mehrere = Spule). Wenn Du einen Wechselstrom durchschickst, entsteht ein magnetisches Wechselfeld. (entsteht so gar bei gradem Leiter). In einer 2. Schlinge wird dadurch eine Wechsel-Spannung "induziert". Diese Prinzip "nutzt" die Brummschleife.

Einschränkungen: machst du die Schlinge mit einem Kabel, wo Hin- und Rückleiter zusammen drin sind (is ja wohl der Normalfall), dann passiert da gar nix. Weil: Gleicher Strom hin und zurück; Summe=0, kein Magnetfeld!

Praktisches Beispiel: Nehmen wir mal an Du hast eine Amp aneiner Steckdose und ein vorgeschalatetes Effektgerät an einer anderen. Wenn Du Dir jetzt das Masse-Potential ansiehst, geht das von der Amp Steckdose zum Amp, auf der Masse liegt die Masse des Verbindungskabel zum Effekt, von da geht es zur anderen Steckdose und irgendwo in der Verteilung kommen die beiden wieder zusammen. Eine Art Kurzschlußschleife, aber ebend eine Schleife. Die Magnetfelder der Netzströme, die immer irgendwie vorhanden sind, induzieren in dieser Schleife eine Wechselstrom. Da der jetzt Bestandteil des Signals zwischen Effektgerät und Amp wird, hörst Du das Netzbrummen. Wichtig ist heirbei vor allem die Fläche, die die Schleife einschließt. Je größer, desto Brumm.

Diese Schleifen zu erkennen, ohne die Schaltung von Netzteilen oder Effekten zu kennen, ist schwierig, Selbst dann: Du denkst, die Physik macht. Aber es gibt Grundregeln; die sind sicher im Netz zu finden. Ich gucke mal.

Ach so, wat sind dann bei dir normale Netzteile? Galvanische Trennung ist heutzutage fast schon Standard, zu erkennen an den beiden ineinander stehenden Quadraten.

Ich hoffe, ich habe Dich nicht zu sehr verwirrt, mit Deinem Vorschlag mit 2 Steckdosen lagst Du jedenfalls schon mal voll daneben. :flower:

https://de.wikipedia.org/wiki/Erdschleife
https://www.youtube.com/watch?v=lUE7LCcpPGw

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silversonic65
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Re: Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

Beitragvon silversonic65 » Mi 28. Jun 2017, 20:28

Zu (Brumm-)Problemen kann es auch führen, wenn man digitale und analoge Geräte an einer Daisychain betreibt.
Daher immer besser getrennt voneinander.

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Multitone
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Re: Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

Beitragvon Multitone » Do 29. Jun 2017, 10:56

Eine Steckdose, getrennte einzelne Trafos.
Oft unbeachtet aus meiner Sicht: Die Phasenlage im Trafostecker. Sprich: Jeden Trafostecker einmal auch um 180 Grad gedreht einstecken und überprüfen, ob es weniger oder mehr brummt, wenn alle Trafos eingesteckt sind. Die bessere Seite markieren.

Digitalgeräte gemixt mit Analog, dazu noch im Kombi mit Daisy-Chain-Schaltnetzteilen, sind in der Tat der Teufel. Sollte aber mit galvanisch getrennten elektromagnetischen Trafos eigentlich kein Problem darstellen.

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Honk04
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Re: Brummschleifen bei Netzteilbetrieb von Pedalen

Beitragvon Honk04 » Do 29. Jun 2017, 15:45

Multitone hat geschrieben: Digitalgeräte gemixt mit Analog, dazu noch im Kombi mit Daisy-Chain-Schaltnetzteilen, sind in der Tat der Teufel. Sollte aber mit galvanisch getrennten elektromagnetischen Trafos eigentlich kein Problem darstellen.


Jau, zwei getrennte Trafos - hat mich auch entscheidend gehelft!


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