Psychopharmaka und Amok

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Mr Knowitall
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Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Mr Knowitall » Fr 19. Aug 2016, 14:51

http://www.independent.co.uk/voices/ant ... 91566.html

Wenn man über die Amokschützen in den USA der letzten Jahre nachliest, zeigt sich ein ähnliches Bild.

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Tom
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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Tom » Fr 19. Aug 2016, 15:16

Ist das nicht eher so, daß bereits vorhandenes verstärkt wird?
Sollte man nicht lieber auf den grundlegenden Wahnsinn schauen?

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Mr Knowitall
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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Mr Knowitall » Fr 19. Aug 2016, 15:28

Es ist leider so, dass ich keine Doppelblindstudie kenne, die untersucht, wie viele der Probanden sich nach Psychopharmakaeinnahme umbringen oder einen Amoklauf begehen.
Und man kann auch nicht sagen, wie sich die Leute entwickelt hätten, wenn sie die Medikamente nicht genommen hätten.
In einigen Fällen besteht aber anscheinend schon eine starke Verbindung zwischen Einnahme und Beginn der Psychose, sodass man möglicherweise davon ausgehen kann, dass es ohne die Medikamente wohl gar nicht so weit gekommen wäre, weil das Vorhandene nicht auch noch gefördert worden wäre. Oder?

Der Therapeut behandelt halt Menschen mit Pillen und nicht den grundlegenden Wahnsinn.

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Tom
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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Tom » Fr 19. Aug 2016, 15:46

Findest du das gut, daß lieber Pillen gegeben werden anstatt eine Therapie angefangen wird?
Und sag jetzt nicht Breivik.

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Mr Knowitall
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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Mr Knowitall » Fr 19. Aug 2016, 15:52

Mit Breivik kenne ich mich nicht aus.
Ich halte das Herumpfuschen in der Hirnchemie für gefährlich. Psychopillen werden ja heutzutage verschrieben wie drops.
Manche Grundschullehrinnen geben auf Geheiß der Eltern Ritalin. Hab ich selbst erlebt.
Wenn jemand ein echtes Problem hat, kann man den nicht mit ein paar vogelwilden Psychopillen wieder in die Welt rausschicken und nicht nachschauen, was die bei ihm anrichten.

Ich glaube schon, dass viele Medikamente eine Daseinsberechtigung haben und dass man nicht alles mit Gesprächstherapie behandeln kann, aber Leuten Pillen geben und passt scho, ist halt irgendwie betriebsblind. Die Pharmaindustrie will ohnehin nur Geld verdienen, aber es gibt ja noch! eine Instanz dazwischen.

Was Medikamente, vor allem viele auf einmal, anrichten können, habe ich schon in der nahen Verwandschaft erlebt. Mir ist es schleierhaft, wie ein Arzt auf die Idee kommen kann, jemandem 5 oder mehr Präparate zu verschreiben, deren Wechselwirkungen völlig unerforscht und in der begrenzten Zeit unerforschbar sind. Irre mit Rezeptblock.

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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon buttrock » Fr 19. Aug 2016, 17:51

Die Frage warum eine Gesellschaft so viele beschädigte Subjekte produziert, die oft aus gutem Grund Psychopharmaka nehmen um irgendwie zu funktionieren wäre eigentlich zu stellen. Zumal die Korrelation ja nicht unbedingt die Kausalität haben muss, wie sie der Artikel darstellt. Aber da möchte ich mich eigentlich gar nicht zu äußern.

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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Mr Knowitall » Fr 19. Aug 2016, 18:21

Das stimmt insofern, dass ein Depressiver sich nicht umbringt, wenn er ganz unten ist, weil er dann nicht mal mehr aus dem Bett aufsteht. Wenn ein Depressiver auf einmal eine Psychose mit Mordgedanken entwickelt, kann man schon fragen, ob Medikamente etwas damit zu tun haben. Irgendeine Art von Kausalität gibt es sicher, denn Medikamente sind sicherlich nicht (neben)wirkungslos.

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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Tom » Fr 19. Aug 2016, 20:08

Mr Knowitall hat geschrieben:Das stimmt insofern, dass ein Depressiver sich nicht umbringt, wenn er ganz unten ist, weil er dann nicht mal mehr aus dem Bett aufsteht. Wenn ein Depressiver auf einmal eine Psychose mit Mordgedanken entwickelt, kann man schon fragen, ob Medikamente etwas damit zu tun haben. Irgendeine Art von Kausalität gibt es sicher, denn Medikamente sind sicherlich nicht (neben)wirkungslos.

Leider hab ich näher als mir lieb ist so eine Geschichte erleben müssen.
In seinem Fall (psychotische Depression): ja, Medikamente haben etwas gebracht.
Als er sie eigenhändig absetzte hat er sich auf einer Tour in einem Hotelzimmer in Zypern umgebracht.

Seine Mutter ist aus seinem Kinderzimmer gesprungen, als er 8 war.
Ihm wurde gesagt, Mama sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
Alle um ihn herum haben Bescheid gewusst, nur er nicht.
Seine Cousinen haben es ihm erzählt, als er 17 war.

Ich hab einige Gigs mit ihm sowohl in manischen wie auch edit: depressiven Phasen gespielt.
Seitdem halt ich lieber das Maul, wenns um Tabletten oder Therapie geht.

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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Mr Knowitall » Fr 19. Aug 2016, 22:09

Da sind natürlich mehrere Dinge furchtbar gelaufen, aber ich kann mir vorstellen, dass so ein Tourleben selbst für einen Gesunden eine große Belastung sein kann. Für einen Kranken erscheint mir das generell keine gute Idee.

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Re: Psychopharmaka und Amok

Beitragvon Tom » Sa 20. Aug 2016, 10:42

Wir reden hier von ein paar Tagen, geh! Nix ACDC Welttour


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