Asylantrag abgelehnt

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Tom
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Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Tom » Fr 5. Mai 2017, 13:43

Musste grade dem guten F. aus Nigeria die Ablehnung seines Asylantrages vorlesen bzw. die wichtigsten Punkte ansatzweise übersetzen.
Was für ein Scheiss Gefühl.

Er hat jetzt, was ich verstanden hab 2 Wochen Zeit KLAGE gegen den Bescheid einzulegen - dies ist das einzig zulässige Rechtsmittel.
Ansonsten muss er Deutschland binnen 30 Tagen verlassen.
Ohne das jetzt inhaltlich beurteilen zu können - hat jemand von euch eine Idee, was F. noch machen könnte?

LG Tom

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Matt 66
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Matt 66 » Fr 5. Mai 2017, 15:55

Nun ja, er könnte die Entscheidung einfach akzeptieren und ohne Klage das Land verlassen...

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Tom
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Tom » Fr 5. Mai 2017, 16:09

Danke für den Hinweis, bin ich noch gar nicht drauf gekommen :up:

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Matt 66
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Matt 66 » Fr 5. Mai 2017, 16:27

Was erwartest Du?
Tipps wie: er könnte eine Deutsche heiraten, in den links- oder rechtsradikalen Untergrund abtauchen, usw.

Ernsthaft: Alleine die Tatsache, dass jemand in so einem Fall Klage einreichen KANN, ist doch mehr als in vielen anderen Ländern überhaupt möglich wäre.

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Schnabelrock
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Schnabelrock » Fr 5. Mai 2017, 16:35


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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon buttrock » Fr 5. Mai 2017, 16:36

@ Tom: Außer das was du auch bei google finden wirst, kann ich leider nichts beitragen. Ich drück die Daumen, dass du was erreichst.

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Han Solo
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Han Solo » Fr 5. Mai 2017, 19:01

Matt 66 hat geschrieben:Tipps wie: er könnte eine Deutsche heiraten


Vielleicht wär er ja was für Miss Binster.

Aber im Ernst: Nigerianer haben geringe Chancen (unter 10 %). Die meisten werden als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft. Ob da eine Klage Erfolgsaussichten hätte...

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Tom
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Tom » Fr 5. Mai 2017, 19:13

Danke für eure Antworten!

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon linus » Fr 5. Mai 2017, 19:19

Tja, wenn er ein Netzwerk hat, dann reicht es in Deutschland z.Zt. noch,
einfach das Bundesland zu wechseln...!
Dieses Zitat stammt von einem LKA-Freund und ich möchte darauf hinweisen, das man sich im Erwischt-Fall strafbar macht !

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon linus » Fr 5. Mai 2017, 19:20

linus hat geschrieben:Tja, wenn er ein Netzwerk hat, dann reicht es in Deutschland z.Zt. noch,
einfach das Bundesland zu wechseln...!
Dieses Zitat stammt von einem LKA-Freund und ich möchte darauf hinweisen, das man sich im Erwischt-Fall strafbar macht !


Ansonsten hat er keine Chance, zu bleiben.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Läster Paul » Fr 5. Mai 2017, 20:05

Han Solo hat geschrieben:Aber im Ernst: Nigerianer haben geringe Chancen (unter 10 %). Die meisten werden als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft. Ob da eine Klage Erfolgsaussichten hätte...

Wenn er nachweisen kann, das gegen den Gleichheitsgrundsatz verstossen wurde, schon. Wird vermutlich nur schwierig sein.

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Tom
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Tom » Fr 5. Mai 2017, 21:11

Danke euch allen!

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Schnabelrock
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Schnabelrock » Fr 5. Mai 2017, 22:29

Er könnte behaupten, in Wahrheit Bundeswehroffizier zu sein. In diesem Land gehen die tollsten Sachen. Erst recht.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon poundcake » Di 9. Mai 2017, 12:06

In der Klage gegen den Bescheid mußt du/Anwalt natürlich gute Argumente finden warum der Bescheid falsch war. Ich hab das mit meiner
Schwägerin (Anwältin) für eine alleinerziehende Mutter mit 2 kids aus Nigeria gemacht- warten seit 4 Monaten auf das Ergebnis. Falls positiv-
kommt es zur Verhandlung- dann wissen wir immer noch nicht wie es letztendlich ausgeht.

Bei Frauen gibt es ein paar Argumente mehr (Beschneidung etc..) die Chancen sind für Nigerianer aber tatsächlich sehr gering. Vor allem wenn
sie aus dem Süden kommen wo Boko Haram und Co..noch nicht so präsent sind. Ansonsten ist da ja alles sicher und esscheint ja auch immer die Sonne - habens die's doch schön da.....würde Rether sagen.

Eine Unterscheidung ob jemand wegen Krieg oder "nur "Armut, absoluter Chancenlosigkeit, ehelicher Gewalt, Vergewaltigung, Zwangsprostitution, Stammeskriegen, Klimakatastrophen oder Cholera flieht sollte imho keine Rolle spielen. "Wirtschaftsflüchtling" ist irgendwie ein perverses Wort. Vielleicht sollte man unsere Wirtschafts/Steuerflüchtlinge auch eben diesen Gründen ausweisen- dann wäre Platz für ein paar Menschen mit "echten" Gründen.

Vorsicht: "Gutmenschalarm"; Das mieseste Wort in diesem Zusammenhang.

Viel Glück und Frist nicht verpassen!

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Tom
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Tom » Di 9. Mai 2017, 13:57

Danke vielmals; gefällt mir sehr, wie du das beschreibst. Fall ist derzeit beim "Kümmerer", ich berichte, wie es ausgegangen ist.

Danke für die wertvolle Hilfe

Tom

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Läster Paul » Di 9. Mai 2017, 14:34

poundcake hat geschrieben:.

Bei Frauen gibt es ein paar Argumente mehr (Beschneidung etc..) die Chancen sind für Nigerianer aber tatsächlich sehr gering. Vor allem wenn
sie aus dem Süden kommen wo Boko Haram und Co..noch nicht so präsent sind. Ansonsten ist da ja alles sicher und esscheint ja auch immer die Sonne - habens die's doch schön da.....würde Rether sagen.

Eine Unterscheidung ob jemand wegen Krieg oder "nur "Armut, absoluter Chancenlosigkeit, ehelicher Gewalt, Vergewaltigung, Zwangsprostitution, Stammeskriegen, Klimakatastrophen oder Cholera flieht sollte imho keine Rolle spielen. "Wirtschaftsflüchtling" ist irgendwie ein perverses Wort. Vielleicht sollte man unsere Wirtschafts/Steuerflüchtlinge auch eben diesen Gründen ausweisen- dann wäre Platz für ein paar Menschen mit "echten" Gründen.

:up: So ist es.
Vor allem gibts da mehr Gründe abzuhauen als dazubleiben:
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Ausse ... _node.html
Die Bezeichnung "Wirtschaftsflüchtling" ist nur Heuchelei, weil man die Flüchtlinge als Wirtschaftsfaktor entdeckt hat. Das ist genauso ein Verwaltungsposse wie Hartz4. Niemand hat ein Interesse an der Integrierung der Flüchtlinge noch daran, das sie wieder nach Hause fahren.
So kann man schöne Arbeitsplätze in der Verwaltung schaffen und erhalten.
Also der Weg ist das Ziel.
Man könnte das Asylrecht dahin ändern, das man denjenigen, die Asyl haben wollen, Asyl gibt und die Wirtschaftsflüchtlinge einbürgert.
Dann liesse sich nur der Prozess nicht mehr so gut politisch lenken, deswegen wird das nicht gemacht.

Vor ein paar Wochen lief im ZDFzoom eine Sendung über die Flüchtlingsverwaltung. Genauer gesagt über den Irrsinn derselben. Da wurden Beispiele gezeigt, in denen Flüchtlinge abgeschoben wurden, die sich hier prima integriert hatten. Weils der Verwaltung nun mal so gefällt.
Interessanterweise ist diese Sendung in der ZDF Mediathek nicht auffindbar.

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Reinhardt
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Reinhardt » Di 9. Mai 2017, 16:39


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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Zakk_Wylde » Di 9. Mai 2017, 17:23

Mir fehlt irgendwie die Empathie... Jeder Fall klingt nachvollziehbar und irgendwie schlüssig und ist scheinbar mehr oder weniger dramatisch. Ich fühle mich persönlich aber unzuständig. Ich bin deshalb nicht irgendwelchen Kampagnen tätig. Die Bundesrepublik ist vielleicht (moralisch) mit zuständig, kann aber letztlich nicht alle Flucht Geneigten aufnehmen. Für mich wäre es halt dann sinnvoll nicht lang den Rechtsweg ausschöpfen, über Jahre die Vollstreckung zu verschleppen und dann, wenn die Leute tatsächlich angekommen und integriert sind - abzuschieben. Das ist scheiße. Andererseits ist jede "geglückte Flucht" ein Signal. Folge: Brain Drain. Die mutigen, gewillten, begabten gehen, die kranken, schwachen, armen bleiben im Heimatland. Auch scheiße.. Ich bin deshalb für rasche Verfahren und deutliche Signale (auch im negativen Sinn).

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon buttrock » Di 9. Mai 2017, 20:05

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon poundcake » Mi 10. Mai 2017, 09:52

Zakk: Eine geglückte Flucht ist doch [url]zuerst[/url] mal ein riesen Glück und ein Erfolg weil: ÜBERLEBT!

Was diese Menschen auf sich nehmen ist doch kein Spaß nach dem Motto- Hey mir ist langweilig und Bock auf Arbeit hab ich eh nicht- als
lass uns mal eben aus Sierra Leone nach Deutschland laufen- mal eben die Deppen mit ihrem (pseudo) Sozialstaat plündern.

So eine Flucht dauert z.T Jahre bis die mal hier sind- wochenlang durch die Wüste latschen- 5mal im Schnitt überfallen, ausgeraubt,
als Sklaven verkauft, vergewaltigt in lybischen Lagern wie Tiere gehalten und gefoltert in Griechenland auf den Strassenstrich geschickt
oder als Drogenkuriere misbraucht......entwickelt man da wirklich keine Empathie- oder interessiert es einfach nicht? Sind es wirklich
nur Zahlen und Statistiken, Wirtschaftsformeln, bizarre "ÄNGSTE" oder sind es SCHICKSALE?


Die meisten schaffen es NICHT nach Europa- auch nicht ALLE wollen nach Deutschland. Und auch dieses dumme
Gelaber von wegen "wir können nicht die ganze Welt retten" geht mir auf die Eier und zeugt von unserer typisch deutschen
Arroganz. Als ob "die ganze Welt" zu uns wollte...auch sehr bizarr- wirkt aber scheinbar. Unfassbar.

Es soll tatsächlich Menschen, ja ganze Kulturen geben die NICHT von uns gerettet werden wollen und müssen.
Die meisten wollen auch nicht hier bleiben- sooo schön ist es hier nicht für Schwarzafrikaner, nicht mal für Syrer; Aber es
ist zunächst mal relativ sicher- ausser man wohnt in Sachsen. Das ist doch die Hauptsache, oder? Und natürlich ist jeder einzelne
mit seinem Schicksal ein Einzelfall den es genau zu betrachten gilt- und nicht von vorneherein als "die kriminellen Schnorrer oder
gar Feiglinge vor dem Krieg- auch das lese ich öfter- unfassbar!

Was nach Jahren in einer Gemeinschaftsunterkunft mitten im Wald mit 300 anderen 20jährigen rauskommt...........
........das sieht man ja jetzt bei der BW Affäre- ist das übrigens die Leitkultur von denen der Miseren-Tommy immer labert?

Aber das ist eine andere Doku-Drama Serie auf RTL2- schalten sie wieder ein....


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