Asylantrag abgelehnt

Zakk_Wylde
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Zakk_Wylde » Mi 10. Mai 2017, 12:39

Hallo Poundcake,

ich denke das ist hier das falsche Forum (dh. Internet generell) um das zu diskutieren. Man kann versuchen mit Smilies usw. alles zu entschärfen oder auch nicht. Das macht es irgendwie anstrengend. Vor allem geht es dann zwangsläufig um Stereotype, die sich da einstellen. Dann ist man aber auch schon wieder im politischen Grabenkampf. Ich glaube es kann keinen Diskurs mehr geben, der nicht belastet ist und bei dem die Kommunikation nicht zwangsläufig dysfunktional wird.

Ich sehe da bei deinem Reply keinen Widerspruch zu dem was ich geschrieben habe.

Gruß Z.

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Reinhardt
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Reinhardt » Mi 10. Mai 2017, 12:55

Jetzt sage ich doch auch einmal etwas, und ich glaube, ich kann mir insofern eine Meinung erlauben, da ich damals zu Studentenzeiten jahrelang mit einer Halbsyrerin zusammen war und - aktueller - eine gute Freundin habe, deren Mann fürs kenianische Parlament kandidiert (darüber, wie so etwas dort vonstatten geht, macht man sich kein Bild, das würde hier zu weit führen).

1.) Die mitteleuropäische Borniertheit gegenüber bestimmten anderen Nationen - nach dem Motto: Jordanien, Libanon, Syrien, alles dieselben Kameltreiber - macht mich doch etwas fassungslos. Niemand sollte lachen über die ungebildeten Amis, die Weißrussland mit der Ukraine verwechseln, der Syrien nicht vom Libanon unterscheiden kann. Nur weil Syrien jetzt aussieht wie Afghanistan oder der Irak, heißt das nicht, dass dort Höhlenmenschen leben (übrigens auch nicht in Afghanistan und dem Irak). Syrien war mal ein Erstweltstaat (mit einem zwar hinterfragungswürdigen politischen System, aber einem übrigens unserem durchaus gleichwertigen bis überlegenen Bildungssystem), das mehr an eine Dependance von Frankreich erinnerte als an den Nahen Osten. Richtig, nicht jeder Syrer, der flüchtet, ist Oberarzt. Aber es gibt und gab dort tatsächlich welche.

2.) Lassen wir mal den Nahen Osten als geopolitischen aktuellen Sonderfall beiseite, so sehe ich das, was mit und in Afrika seit 250 Jahren bis jetzt passiert, als die eigentliche Schande der Menschheit an (ohne damit andere Pogromereignisse woanders und zu anderen Zeiten moralisch relativieren zu wollen). Es handelt sich um die Wiege der Menschheit. Warum wohl? Weil es der reichste und fruchtbarste Kontinent überhaupt ist. Es gibt eigentlich alles im Überfluss. Eigentlich. Bis der Weiße Mann kam und Abhängigkeitsverhältnisse schuf, die eine wohl dreistellige Millionenzahl an Menschen bis heute das Leben, die Gesundheit, die Zukunft gekostet hat. Gerade von den Schwarzafrikanern will kaum einer freiwillig fort, so viel ist sicher.
Fragt man Afrikaner, wie dieses Problem zu lösen ist, dann steht unterm Strich: Lasst uns einfach in Ruhe. Für die sind wir so etwas wie eine Heuschreckenplage. Nur mit dem Unterschied, dass sich nach den Heuschrecken die Natur wieder zyklisch erholt.
Will konkret wohl grob heißen:
a.) Keine landwirtschaftliche Überproduktion bei uns, kein Landgrabbing bzw. keine Privilegien für Globalkonzerne,
b.) keine einseitig vorteilhaften (also für den Nichtafrikaner) Freihandelsabkommen,
c.) sofortige Einstellung jeglicher zweckungebundenen und rein finanzieller Entwicklungshilfe.

Aber vielleicht ist ja eine Berliner Mauer um Europa leider doch billiger. Für uns.
Zuletzt geändert von Reinhardt am Mi 10. Mai 2017, 14:39, insgesamt 2-mal geändert.

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Tom
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Tom » Mi 10. Mai 2017, 13:01

wow :thumbup:

Zakk_Wylde
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Zakk_Wylde » Mi 10. Mai 2017, 13:24

Kann ich auch so unterschreiben. Bei Afrika wäre noch zu erwähnen, dass China als neuer Teilnehmer dabei ist.

Da ich hier sowieso als Naz.. wahrgenommen werde. Ich war 10 Jahre mit einer Afroamerikanerin liiert und fühle mich zu keinem Lager zugehörig. Das wollte ich mal anfügen.

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Reinhardt
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Reinhardt » Mi 10. Mai 2017, 14:38

Ich habe Dich nicht so wahrgenommen.
Und in der Tat, China ist ein ganz großer Mitspieler beim Landgrabbing. So wie auch die EU, die das verkappt durch Mitgliedererweiterung großer südosteuropäischer Flächenstaaten betreibt, neben Großkonzernen.

Ich vergaß übrigens noch die Geschichte mit den Fischerei-Rechten und Ölbohr- und Schürfrechten, Stichwort Somalia und Westafrika.
Es lebe somit der zertifizierte Alaska-Seelachs.
Aber das würde zu weit führen.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon spanking the plank » Mi 10. Mai 2017, 14:55

Zakk_Wylde hat geschrieben:Kann ich auch so unterschreiben. Bei Afrika wäre noch zu erwähnen, dass China als neuer Teilnehmer dabei ist.

Da ich hier sowieso als Naz.. wahrgenommen werde. Ich war 10 Jahre mit einer Afroamerikanerin liiert und fühle mich zu keinem Lager zugehörig. Das wollte ich mal anfügen.


Nein Zakky, du wirst nicht als Naz.. wahrgenommen. Ganz im Gegenteil. Im Übrigen teile ich die
Deine Empfindung. Denn auch ich fühle mich keinem Lager zugehörig.

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tortitch
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon tortitch » Mi 10. Mai 2017, 15:03

... dass in diesem Forum nur aufgeklärte, tolerante und total unbornierte Checker unterwegs sind, ist doch bekannt.

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spanking the plank
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon spanking the plank » Mi 10. Mai 2017, 15:08

:laughter:

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Markus » Mi 10. Mai 2017, 15:12

tortitch hat geschrieben:... dass in diesem Forum nur aufgeklärte, tolerante und total unbornierte Checker unterwegs sind, ist doch bekannt.


Das mit dem "tolerant" nimmst Du aber jetzt sofort zurück, Du Honk :ycard:

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spanking the plank
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon spanking the plank » Mi 10. Mai 2017, 15:15

dazu empfehle ich Gerhard Polt: Toleranz :mrgreen:

Zakk_Wylde
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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Zakk_Wylde » Mi 10. Mai 2017, 15:24

Es gibt auch Laktose-Intolerante... Hhaha .....auua!

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 10. Mai 2017, 18:41

Gab es uberhaupt so viele menschen in afrika bevor der weisse mann kam? Haben nicht die negerkonige schob Sklaven an die easT india Company verkauft? So sehr der weiße mann naturlich an allem schuld ist, haben die da schon auch ihr eigenes goulasch. Sapolsky. Mein Leben als Pavian.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon buttrock » Mi 10. Mai 2017, 18:57

Was der Negerkönig oder (Negerfabrikbesitzer, Negerdiktator, -polizeipräsident) mit dem Flüchtling gemein hat, wäre dann noch zu klären...

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 10. Mai 2017, 20:57

Er hatte halt wie die meisten die falschen eltern. Ich frage mich halt, warum der deutsche mit seinem schuldkomplex uberall voranprescht, wenn es um die errettung der Menschheit geht. Diese Hybris ist geradezu pathologisch. Wir schaffen es ja nicht mal dass hier im Winter keine Penner erfrieRen. Aber retten in gedanken ganze Kontinente mit unserer tollen rheinmetall Barmherzigkeit. Erinnert mich an mittelalterlichen ablasshandel um das gewissen zu erleichtern.
Zuletzt geändert von Mr Knowitall am Mi 10. Mai 2017, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon buttrock » Mi 10. Mai 2017, 20:59

Allein schon "wir" ...

Aber unter der Prämisse, hast du schon recht.
Zuletzt geändert von buttrock am Mi 10. Mai 2017, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 10. Mai 2017, 21:00

Die Gesellschaft? Wir konnen nicht mal unsere eigene gesellschaft reparieren aber die Afrikaner vor Afrika retten. Es ist ein histrionischer Unfug.
Zuletzt geändert von Mr Knowitall am Mi 10. Mai 2017, 21:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon buttrock » Mi 10. Mai 2017, 21:06

Nein, das was der Staat mit Gesetzen (und damit letztlich mit Gewalt wenn es ihm nicht passt) als zugehörig oder eben nicht zu einem Kollektiv festlegt. Bei dem Auslöser des Threads, wird der Unterschied meine ich recht deutlich.
Die Identifikation damit ist nicht zwingend.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 10. Mai 2017, 21:10

Da hast du recht aber der Staat existiert nicht unabhängig von seinen Buergern. Genausowenig wie Rudi dutschke hier einen Wandel herbeigeführt hat so wenig schaffen die afrikaner das in ihren landen. Das ist das tragische.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon buttrock » Mi 10. Mai 2017, 22:47

da gibts halt jede Menge Unterschiede, die den Vergleich hinken lassen und die auch müßig sind hier aufzuführen. Allein den Vergleich anstellen zu wollen, zeigt dass du mit dem Zusammnhangen, der zwischen dem für das Individuum doch recht zufälligen Geburtsort, und der Wahl seines Aufenthaltsorts und damit auch seiner sogenannten "Lebenschancen" besteht, eigentlich recht einverstanden bist. Das wäre der Dissens den wir hier haben. Denn ich bin nicht der Meinung, dass Toms Bekanntem oder einer der potentiellen Wasserleichen im Mittelmeeer, empfohlen werden sollte, doch bitte dort "wo man hingehört" besser nen gescheiten Umsturz hinzulegen, anstatt frech dort aufzuschlagen, wo man zwar insgesamt nicht schlecht mit und von dem Elend anderswo leben kann, auch wenns da denn einen oder anderen im Winter auf die Straße treibt, weil er für die Konkurrenz untauglich ist und sozialer Wohnungsbau die Immobilienpreise ruiniert.

Dass man in einem Thread, in dem jemand um Rat bittet, wie man einem Geflüchteten helfen kann, Argumente dafür zusammenträgt, warum diese Leute gar nicht erst hier sein sollten, würde man in dem Wertesystem in dem ich sozialisert wurde, wenigstens als unanständig ansehen. Das nur so als subjektive Einschätzung.

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Re: Asylantrag abgelehnt

Beitragvon Zakk » Do 11. Mai 2017, 01:08

Butt, du wirst gerade persönlich. Das würde ich, basierend auf dem Wertesystem, aus dem ich mich meine Anschauungen herleite, als …. unangemessen ansehen.


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