Einfuhren aus den USA

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silversonic65
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Einfuhren aus den USA

Beitragvon silversonic65 » Mo 15. Jan 2018, 14:36

Auch wenn es vielleicht nicht viele betrifft, aber vielleicht bestellt ja jemand demnächst was aus den USA.
Von einem Bekannten, der heute seinen lang ersehnten King of Tone beim Zoll abholen wollte, habe ich
folgendes erfahren:
Der Zollbeamte wies ihn darauf hin, dass neben der "CE"-Deklaration nun auch eine deutsche Bedienungsanleitung
vorhanden sein müsse, damit man z.B. die Beschriftung der Regler verifizieren kann!?!?! :dizzy:
Dieses gilt wohl seit Dezember 2017.

Daher musste er den Zoll ohne King of Tone verlassen, weil der Zoll aufgrund dieses Lapsus nun erst eine Genehmigung einer weiteren Behörde
(Namen hab ich vergessen/verdrängt) einholen müsse. :dizzy: :dizzy:

Auf die Frage, wie er denn nun erfahre, ob die Einfuhr genehmigt wird oder nicht, bekam er nach einigem Zögern die Auskunft:
"Ach, dann schick ich Ihnen eine Mail."

Ich bin gespannt...

Zakk_Wylde
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Zakk_Wylde » Mo 15. Jan 2018, 14:57

Ich behaupte mal ins Blaue hinein... EU-Amtsschimmel.... es wird immer schlimmer...

Dann noch das deutsche Elektrogesetz.... wobei .... ich glaub nicht, dass das gilt, wenn Privatleute ein E-Gerät importieren...

Im Vergleich dazu sind die Entsorgungshinweise in Form der durchgestrichenen Mülltonne auf einem - sagen wir mal - Edelamp ne Lachnummer. Wer schmeißt denn seinen Realtone, Fuchs oder TwoRock-Amp in die Mülltonne?

Läster Paul
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Läster Paul » Mo 15. Jan 2018, 20:58

So ist das nun mal in unserer "komplexen" Gesellschaft. Die Leute wollen Produktsicherheit, und dann bekommen sie die auch. :think:
https://www.internetrecht-rostock.de/gp ... hnung.htm#

Ich weiss auch nicht, wo das Problem ist. Die Bedienungsanleitung kann er sich selbst schreiben und ausdrucken und damit zum Zoll gehen, oder das Ding Analogman schicken und der soll es dann an den Zoll senden.

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silversonic65
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon silversonic65 » Mo 15. Jan 2018, 21:46

Wenn er es vorher gewusst hätte.

Läster Paul
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Läster Paul » Di 16. Jan 2018, 00:02

Das kann man sich ja wohl denken.
Für Leute, die sich das nicht denken können, gibts dann eben Gesetze, die das regeln. :thumbup:

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Cat Carlo
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Cat Carlo » Di 16. Jan 2018, 12:16

Läster Paul hat geschrieben:So ist das nun mal in unserer "komplexen" Gesellschaft. Die Leute wollen Produktsicherheit, und dann bekommen sie die auch. :think:
https://www.internetrecht-rostock.de/gp ... hnung.htm#

Ich weiss auch nicht, wo das Problem ist. Die Bedienungsanleitung kann er sich selbst schreiben und ausdrucken und damit zum Zoll gehen, oder das Ding Analogman schicken und der soll es dann an den Zoll senden.

Der Witz ist, dass eindeutig falsche Angaben von seiten der Firmen keiner beanstandet. Ich erinnere an die Behringer Endstufe Nuke 6000. Die wir mit einer Leistungsangabe von 2x3000 Watt verkauft (2x2200 RMS). Hat aber einen normalen Schuke-/Kaltgerätestecker und eine Leistungsaufnahme von 620 Watt. Perpetuum Mobile läßt grüßen. Von der Spannung von ca. 160 V am 8 Ohm Lautsprecher ganz zu schweigen die dann anliegen müßte. Das hieße für die Lautsprecherkabel und Anschlußdosen Schutzleiter und entsprechende Isolierung wie bei 220 V. Oder eine Endstufe Thomann Hausmarke. Da steht am Kaltgeräteanschluß was von 5200 VA (Volt-Ampere, für Laien sowas ähnliches wie Watt). Nur verkraftet eine Schukosteckdose nur 10 A und das macht bei 230 V 2300 Watt. Da ist wahrscheinlich der Einschaltstrom gemeint (sowas kommt bei Trafos vor). Aber dat weiß doch nicht jeder und ist auch nicht am Gerät so benannt.

Läster Paul
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Läster Paul » Di 16. Jan 2018, 18:30

Cat Carlo hat geschrieben:Der Witz ist, dass eindeutig falsche Angaben von seiten der Firmen keiner beanstandet.

Tatsächlich ist das auch egal, weils ja um Produkthaftung geht. Wenn das Steckernetzteil dir die Bude abfackelt stellt sich nur die Frage danach, wer für den Schaden aufkommt. Wenn in der Bedienungsanleitung drinsteht, das nur das vorgeschriebene Netzteil verwendet werden darf, du aber ein anderes verwendet hast, ist der Hersteller aus dem Schneider. Ohne Bedienungsanleitung muss er bezahlen. Deswegen wird ein Netzteil mitgeliefert und darauf verwiesen, auch nur das zu verwenden.

Nur verkraftet eine Schukosteckdose nur 10 A und das macht bei 230 V 2300 Watt. Da ist wahrscheinlich der Einschaltstrom gemeint (sowas kommt bei Trafos vor).

Wo lebst du denn? Berlin Kreuzberg, Altbau von 1920 :aah:
Abgesichert ist die (Neu)Hausinstallation mit 16A, und das schon seit Jahrzehnten. Verkraften kann die mehr, das weisst du doch auch.
Wenn du noch die 10% Überspannung dazurechnest, sind das bei mir 16A x 253V= 4048W. Das muss die Leitung zumindest schon mal als Dauerleistung aushalten. Dann kommt noch eine Sicherheitsreseve dazu, da kenne ich mich als Gelegenheitselektriker nicht aus wieviel das genau ist. Wenn du noch die Einschaltstromspitzen dazurechnest, kann das gut sein, das du aus der Leitung für einen kurzen Moment 10KW oder mehr ziehen kannst. Jetzt kommt noch dazu, das die Packungsdichte der Elkos auch grösser geworden ist. Ein 47my/450V Elko ist mittlerweile kleiner als mein Daumen.
Wenn du beides kombinierst könnte ich mir vorstellen, dass das funktioniert. Zumindest bei Behringer meine ich gelesen zu haben, das die max. Leistung auch nur für Impulsspitzen abgerufen werden kann.

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Cat Carlo
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Cat Carlo » Di 16. Jan 2018, 19:22

Nun, ich habe so ca. 14 Jahre in Berlin Neukölln gelebt. Und ich kenne die Altbauten. Es ist eher umgekehrt: Mit der europaweiten Harmonisierung der Vorschriften für Elektroinstallation wurden die Werte für den zulässigen Strom gesenkt. Früher waren 16 A durchaus eine gängige Größe für die Hausinstallation. In den jetzigen Bestimmungen sind für 1,5 mm² Leitungen allerdings nur noch 15 A und ein paar zerquteschte zulässig. Sieh dir mal Schukostecker und Steckdosen im Baumarkt an, ebenso Lichtschalter. Überall steht meistens 10 A.

Bei der Endstufe sind 2x2200 Watt RMS angegeben, nix mit Spitze. Und das man kurzfristig hohe Einschaltströme haben kann die über den Nennwert der Sicherung hinausgehen, ist mir auch bekannt. Ich kenne die Kennlinien von Schmelzsicherungen und Sicherungsautomaten. Aber wenn einer als Leistungsaufnahme den Spitzenimpuls (5200 VA) beim Einschalten hinten auf das Gerät schreibt und nicht den Nennwert des Verbrauches ist das zwar ungefährlich aber für eine Verteilung der Endstufen auf verschiedene Sicherungen bei Großanlagen eher hinderlich.

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Spanish Tony
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Spanish Tony » Di 16. Jan 2018, 21:08

:ontopic:

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Cat Carlo
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Cat Carlo » Di 16. Jan 2018, 21:42

Hast ja recht. Sorry.

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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon silversonic65 » Mi 17. Jan 2018, 15:04

So, der Kollege hat tatsächlich gestern eine Mail über die Freigabe erhalten.
Zuständig ist übrigens die sog. Bundesnetzagentur.
Jetzt hatter seinen KOT und ist glücklich.... ich konnte ja mit diesem Zerrer nix anfangen.

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Bierschinken
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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Bierschinken » Do 18. Jan 2018, 13:52

Das höre ich in jüngster Vergangenheit tatsächlich häufiger, dass diese Probleme auftreten.
Ich hörte im Zuge dessen übrigens auch davon, dass Geräte ohne Bedienungsanleitung/CE-Kennung sofort zurückgesandt wurden bzw. vernichtet wurden. Keine Chance von wegen nachreichen.

Die echte Hoax daran ist, dass jeder die CE-Konformität erklären kann.
Dafür benötigt es genau nichts, ausser des Aufklebers. Ob das Gerät tatsächlich CE-Konform ist, spielt überhaupt keine Rolle. Da würde erst jemand ein gutachten erstellen, wenn es einen Schadensfall mit Rechtsstreit gäbe. Ansonsten muss ein jeder Hersteller nichts weiter machen als den Aufkleber drauf pappen und behaupten: "ja, ist konform".

Achja, wird immer lustiger…

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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Läster Paul » Do 18. Jan 2018, 15:36

Das sind eben die unerfreulichen Begleiterscheinungen des Verbraucherschutzes.

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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon linus » Fr 19. Jan 2018, 12:57

Läster Paul hat geschrieben:Das sind eben die unerfreulichen Begleiterscheinungen des Verbraucherschutzes.



In Deutschland gibt es keinen Verbraucherschutz. Den gibt es leider nur in den USA - siehe VW :twisted:

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Re: Einfuhren aus den USA

Beitragvon Läster Paul » Fr 19. Jan 2018, 15:33

Was man immer unter dem Begriff versteht- Vermutlich in den USA etwas anderes als hier. Drüben werden die Leute anders übers Ohr gehauen. Irgendeine Journalistin aus den USA sagte mal, das Betrug dort zum Leben gehört.


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