Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

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Reinhardt
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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Reinhardt » Mi 27. Jul 2016, 13:15

Nu, ich finde, die Mischung macht's.
Reines Legato-Gesweepe kann einem auch auf den Senkel gehen.
Ich tendiere im Zweifel aber auch zum Speedpicking, wenn's schnell werden soll.
Versuche ich mir auch seit Jahren abzugewöhnen. Aber was man sich in der Jugend hart erarbeiten musste, das verlernt man im Alter schlecht wieder.
Man sollte überhaupt viel weniger Töne spielen.

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Tom
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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Tom » Mi 27. Jul 2016, 13:36

Du stehst doch auch auf Sco. Was ist denn das interessante an ihm? Na, die rhythmische Varianz und das Phrasing, oder? Die Sprünge, Scale-Skipping in den symmetrischen Skalen und so.
Und das kriegt er hin, indem er eben rechts NICHT alles bzw. wenig ausspielt. Eben dieses die Töne aus dem Griffbrett melken. In Verbindung mit der durch den angezerrten Sound und der damit einhergehenden Compression - eine Vokale Qualität, bzw. "wie ein Bläser".

Das wirst du von Pat Martino oder Steve Morse (und und und) nie hören. Ich finde, man muss um eine Gitarre zum Klingen zu bringen (in oben angesprochenem Sinn) in gewisser Weise "gegen" das Instrument arbeiten. Siehe auch Pat Metheny: was für ein Aufwand in der linken Hand, um dieses tonal flüssige Gefühl hinzukriegen. Rutsch Rutsch, gleit Gleit. Nudge Nudge. na'da meen?

Ich habe Sco früher eine ganze zeitlang wirklich intensiv ausgecheckt und viel gehört. So von den Enja Geschichten über die Blue Matter Phase/Loud Jazz bis zu den Blue Note Scheiben.
Ganz ohne den doofen Trampert hab ich das geschafft. :twisted:
Ja, ich war ein Jünger und habe auch so grauenhaft nachäfferisch geklungen. Bin ich wieder los geworden Gott sei Dank.

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Reinhardt
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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Reinhardt » Mi 27. Jul 2016, 14:16

Na, besser ein Sco-Klon als ein schlechter kleiner Gary Moore, wie man mir damals immer vorwarf. ;-)

Ja, ja und ja!
Ich kriege bei Martino und Konsorten Ausschläge. Dieses di-Meola-Rauf-und-Runter hat für mich nichts mit Phrasierung zu tun. Das Instrument verleitet einem leider zu dieser Spielweise. Da muss man gegen ankämpfen. Melk melk.
Da höre ich mir lieber fünfmal am Stück das hier an als fünf Sekunden der Akkuschrauberfraktion:
https://youtu.be/miL9mB6-QUI?t=2948

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Reinhardt
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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Reinhardt » Mi 27. Jul 2016, 14:21

Die vier Sachen, die ich mir von Scofield abgeschaut habe, bringen mir heute musikalisch mehr als die zwei verplemperten Jahre in meiner Jugend, in denen ich dachte, das, was Malmsteen kann, muss ich auch können.
Wobei es nicht schaden kann, man kann das, wie gesagt. Wie man damit Musik macht, muss man aber danach viel härter lernen.
Musik ist wie Fußball. Es schadet nichts, erstmal hart dafür zu kämpfen, gut dribbeln und viel laufen zu können. Aber es dauert länger, Fußball so zu verstehen, dass man gar nicht mehr dribbeln und laufen muss.

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Han Solo » Mi 27. Jul 2016, 20:19

Multitone hat geschrieben:Man sollte überhaupt viel weniger Töne spielen.


https://www.youtube.com/watch?v=QHZ48AE3TOI

:mrgreen:

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon spanking the plank » Do 28. Jul 2016, 13:10

Viele Wege führen nach Rom. Deswegen ist die E-Gitarre ja auch so spannend. Sie klingt bei jedem anders. Es sei denn, jemand versucht (dauerhaft) krampfhaft ein Epigone eines bereits real existierenden, arrivierten Gitarristen zu werden. Ich bin ja GRUNDSÄTZLICH nie auf Jazz-Gitarristen und Fusionisten abgefahren. Mich hat immer mehr das Band-Erlebnis und -Ereignis interessiert. Deshalb mochte ich das Mahavishnu Orchestra mehr als die Schlagzeug-Scheibe Spectres von Billy Cobham. Deshalb mochte ich auch die 3 - 4 "Jazzrock" Scheiben von Herbie Hancock. Er hat dort Sly Stone weiterentwickelt und einen gnadenlosen BANDGROOVE erzeugt. Eigentlich war es funky Soul und kein Jazz. Die Rhythmusparts, die Wah WAh Watson dort z. T. spielt, machen mich mehr an als es ein Scofield je könnte. Das ist mir ehrlich zu verkopft und intellektuell. Ich brauch :mrgreen: Eier bei der Musik. Nicht, das ist Herr X und seine 3 bis acht Angestellten.
Zuletzt geändert von spanking the plank am Do 28. Jul 2016, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Reinhardt » Do 28. Jul 2016, 13:29

Interessant, wie sich die Sichtweisen unterscheiden.
Ich finde gerade etliche Bandkonstellationen von Scofield mit das Homogenste, Dynamischste und Groovenste an Bandkörper, was ich so musikalisch kenne. Und in der Richtung Groove, Funk, Soul, Jazzrock kenne ich einiges, behaupte ich mal.
Und gerade Scofield ist ein sehr rhythmisch ausgecheckter Spieler bzw. Comper.
Beispiel:
https://www.youtube.com/watch?v=XRTJLIKvvH8
Und bitte nicht nach einer Minute ausschalten nach dem Motto: IOK, zweimal Thema gehört, jetzt kenne ich die Nummer. Durchhören.

Aber das schöne ist ja: Es muss ja keiner. Man darf aber empfehlen. ;-)

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon spanking the plank » Do 28. Jul 2016, 13:45

...zumindest gibt es hier ja keinen BEFEHL zum Anhören oder huldigen. Ich hab das hier auch schon anders erlebt.... :laughter:

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon spanking the plank » Do 28. Jul 2016, 15:48

Lustig finde ich einen Kommentar zu dem von Multi geposteten John Scofield Stück vom North Sea Festival 2007: "You can`t dance to this, you got no rhythm, you got no soul".

So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein. Abgesehen davon hat die Band den Einsatz total versaut. Das meinte ich halt. Keine Band. Ein Chef und seine Angestellten.....

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon tortitch » Do 28. Jul 2016, 16:55

Multitone hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=XRTJLIKvvH8
Und bitte nicht nach einer Minute ausschalten nach dem Motto: IOK, zweimal Thema gehört, jetzt kenne ich die Nummer. Durchhören.
-)


Wenn dieser Gitarrenmann aufhört zu spielen, wird es locker.

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Reinhardt
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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Reinhardt » Do 28. Jul 2016, 18:10

Na ja ... MMW sind ja schon jahrzehntelang eine Band und Sco ist da eher so was wie ein Gastmusiker als ein Bandleader (das ist Medeski), also von Nichteingespieltheit ist eher nach etlichen Welttourneen der Truppe recht wenig zu bemerken ... wovon ich mich live schon überzeugen konnte.
Dass bei Sco ab und zu ein Ton abstirbt, gehört zum Melken.

By the way: Das Extrembeispiel von Bandleader und Musikersöldner ist ja wohl der KING OF SOUL himself. Hm, und, groovt wie Hölle?
Das wirtschaftliche und persönliche Verhältnis der Auftretenden scheint mir so kein geeignetes Kriterium für gutes Zusammenspiel.

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Tom
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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Tom » Do 28. Jul 2016, 18:48

Multi.....was soll man denn da noch sagen.
Ich fühl mich grad wie ein Wackeldackel auf der Kofferraumablage zwischen Slavonski Brod und Nis.
Ungroovig. Scofield. Man kann ihm vieles vorwerfen, aber das..... :facepalm:

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Reinhardt » Fr 29. Jul 2016, 09:42

Danke für die griffige Umschreibung mit dem Wackeldackel ... ;-)

Aber solange bezüglich Funkyness Prince nicht gegen Andreas Gabalier ausgespielt wird, ist für unsere Brüder und Schwestern noch nichts verloren!

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Cat Carlo » Fr 29. Jul 2016, 10:34

tortitch hat geschrieben:
Multitone hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=XRTJLIKvvH8
Und bitte nicht nach einer Minute ausschalten nach dem Motto: IOK, zweimal Thema gehört, jetzt kenne ich die Nummer. Durchhören.
-)


Wenn dieser Gitarrenmann aufhört zu spielen, wird es locker.

:up:

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Zakk » Fr 29. Jul 2016, 10:42

Das Einzige, was mich an Sco stört, ist sein Sound. Nichts gegen angezerrt usw. Die Ratte ist m.E. suboptimal ….

Übrigens covern wir Hottentot auch bisweilen. Der Groove ist leider bei uns für die Tonne…. so traurig ist das….

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Cat Carlo » Fr 29. Jul 2016, 10:48

Zakk hat geschrieben:Das Einzige, was mich an Sco stört, ist sein Sound. Nichts gegen angezerrt usw. Die Ratte ist m.E. suboptimal ….

Übrigens covern wir Hottentot auch bisweilen. Der Groove ist leider bei uns für die Tonne…. so traurig ist das….

Den Gedanken hatte ich aber auch: die Zerre passt irgtendwie nicht zum Musikstil

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Reinhardt » Fr 29. Jul 2016, 11:20

Cat Carlo hat geschrieben:Den Gedanken hatte ich aber auch: die Zerre passt irgtendwie nicht zum Musikstil


Nach vierzig Jahren solltest Du Dich aber doch langsam mal dran gewöhnt haben? ;-)

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Cat Carlo » Fr 29. Jul 2016, 11:41

Multitone hat geschrieben:
Cat Carlo hat geschrieben:Den Gedanken hatte ich aber auch: die Zerre passt irgtendwie nicht zum Musikstil


Nach vierzig Jahren solltest Du Dich aber doch langsam mal dran gewöhnt haben? ;-)

Und wenn die Mode das vorschreibt, egal: Ich nehme keinen Senf zum Erdbeerkuchen. Da bin und bleibe ich konservativ!

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon Reinhardt » Fr 29. Jul 2016, 12:28

Vierzig Jahre alte Methoden SIND konservativ!!
:haha:

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Re: Steve Morse am 22.07.2016 in Dresden für lau

Beitragvon tortitch » Fr 29. Jul 2016, 12:57

Mit nem anderen Sound wäre tatsächlich was gewonnen. So muss ich das einfach nach max. 20 Sekunden ausstellen.


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