Rhythmik - Das innere Zeitgefühl (Achtel und Sechzehntel)

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Matt 66
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Rhythmik - Das innere Zeitgefühl (Achtel und Sechzehntel)

Beitragvon Matt 66 » Di 2. Nov 2010, 15:43

Tach zusammen!
Nach meiner Erfahrung ist das innere Rhythmusgefühl der am wenigsten beachtete Bereich im Übealltag eines Musikers. Zum Drumcomputer oder in einer Band spielen, ohne aus dem Takt zu geraten, ist nur die halbe Miete. Ein inneres Zeitgefühl zu entwickeln ist genauso wichtig. Daher hier mal ein paar Übungen zum Umgang mit der Zeit. Es geht hierbei v.a. um die Bewußtmachung der verschiedenen Figuren, also darum was im Kopf passiert.
Da die westliche Musik traditionell divisiv ausgerichtet ist (im Gegensatz zu einigen anderen Musikkulturen), steht das Teilungsverhältnis im Focus der Betrachtung. Eine Achtel ist halb so lang wie eine Viertel, eine Sechzehntel halb solang wie eine Achtel - unabhängig von der Geschwindigkeit eines Musikstücks. Sinn machen die Übungen deshalb nur, wenn man die verschiedenen Figuren auf einen inneren Grundpuls bezieht, also eben in Relation setzt. Unsinnig wäre es, von einer Aneinanderreihung unterschiedlich langer Notenwerte auszugehen. Dieser innere Grundpuls sollten hier die Viertelnoten sein. Sie werden entsprechend innerlich mitgezählt: 1-2-3-4.


Kurzer Inhaltsüberblick:

Blatt 1:
Einfache Viertel und Achtel Kombinationen. Die Downbeats 1-2-3-4 sind immer vertreten.

Blatt 2:
Viertel und Achtel Kombinationen mit Haltebögen (d.h. die Note am Ende des Bogens wird nicht gespielt, sondern an die vorangehende drangehängt). Nicht alle Downbeats sind vertreten.

Blatt 3:
Sechzehntel kommen dazu.

Blatt 4:
Sechzehntel mit Haltebögen.


Die Übungen können unterschiedlich ausfallen, je nach Niveau.

Zuerst einmal nur Klatschen. Anschließend mit dem Instrument. Zum Beispiel Gitarre: Wo nur Viertel und Achtel kombiniert werden, sollte die rechte Hand sich im Achtelraster ab und auf bewegen, d.h. alle "und" sind Aufschläge! Bei Haltebögen o.ä. sind entsprechend "Luftschläge nach unten" zu machen. Wo Sechzehntel im Spiel sind, sollte die rechte Hand im Sechzehntelraster ab und auf gehen, d.h. alle "und" sind jetzt (wie die Viertel) Abschläge, alles auf "e" ist ein Aufschlag.
Es bietet sich an, auch bei längeren Notenwerten trotzdem mit der rechten Hand die Luftschläge weiter zu machen, also bspw. bei einer Viertelnote den Abschlag zu machen und anschließend rauf-runter-rauf ohne Saitenberührung (Luftschlag) im Sechzehntelraster. Wichtig ist, dass die rechte Hand wie ein Kolben immer schön gleichmäßig runter und rauf geht, auch wenn kein Anschlag erfolgt.

Variationen:
a) alles mit nur einem Ton spielen
b) zwei verschiedene Töne taktweise wechseln
c) alles mit einem Akkord spielen
d) zwei verschiedene Akkorde taktweise wechseln
e) viertaktige Akkordfolge mit einem Pattern durchspielen

Sehr effektiv und u.U. schon eine Herausforderung:
Bei jeder Übung gleichzeitig mit den Füßen gleichmäßig in Vierteln hin und her (!) stampfen/wippen.

Abschließend meine Empfehlung, mit und ohne Metronom zu üben! Beides ist wichtig! Und die Zählzeiten (wie jeweils oben abgebildet) innerlich mitsprechen.

Viel Spaß und Erfolg!
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Basslümmel
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Re: Rhythmik - Das innere Zeitgefühl (Achtel und Sechzehntel

Beitragvon Basslümmel » Di 2. Nov 2010, 15:52

Endlich mal ein Workshop, wo sich ein Bassist auch mal angesprochen fühlt :up:

Otti
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Re: Rhythmik - Das innere Zeitgefühl (Achtel und Sechzehntel

Beitragvon Otti » Di 2. Nov 2010, 18:09

He, mal was ganz anderes als nackte Ärsche.
Also flugs mal das Metronom gestartet auf zwei und vier und los geht´s.
Gruß
Otti


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