Tips für Akkordfolge

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Mr Knowitall
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Tips für Akkordfolge

Beitragvon Mr Knowitall » Di 20. Jun 2017, 22:58

https://soundcloud.com/user-807280440/funkmetalsolo

Fis7#9 (fis dorisch)/ Hsus2 ( H mixo)/ D5 (E ionisch) / F5 (F lydisch) / Gsus2 (G ionisch)

Ich habe mal nach bestem Wissen und Gewissen die Akkordfolge und dahinter die wahrscheinlich von mir verwendeten Skalen notiert.

Machen die Skalen Sinn?

Andere Vorschläge?

Das A im Gsus is wohl eh eine blöde Idee, da ich dann die #9 vom ersten Akkord vorwegnehme.

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Zakk
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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Zakk » Di 20. Jun 2017, 23:54

Eigentlich wäre das das Konzept des modal interchange. Davon ausgehend könntest Du spielen:

F# dorisch über F#-7 und H7, dann F# aeolisch über D, bei Fmaj7 wird´s etwas heikel. Da könnte man F#melod. Moll spielen, hätte dann aber ein Problem beim C. Da müsste man ne +5 abdrücken….

Wichtig wäre vom Grundton-Ding wegzukommen.

Zakk_Wylde
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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Zakk_Wylde » Mi 21. Jun 2017, 01:08

Über G könntest Du F#locrisch spielen. Locrisch ist aber vom Hören her nicht soo vertraut. Ich würde lieber F# phrygisch spielen.

Du merkst, worauf das hinausläuft.. Du bleibst möglichst bei F#... und verwendest Leitern, basierend auf F# ....

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Reinhardt
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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Reinhardt » Mi 21. Jun 2017, 10:48

Arpeggien?
:out:

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Matt 66
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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Matt 66 » Mi 21. Jun 2017, 11:59

Ich höre nur Powerchords und ein paar Staubsauger. ;-)

Im Ernst, über meine PC-Boxen tu ich mir schwer, da einen Fis7#9 zu hören. Sicher, dass da ne große Terz mit drin ist? Durch die Betonung der kleinen Terz im Solo höre ich da eher Moll. Und im Hintergrund eben die Staubsauger... :mrgreen: Und die sus-Klänge... naja, man kann sie ahnen.
Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten. Wenn Du partout jeden Akkord einzeln "anvisieren" willst, kannst Du das natürlich machen und im Extremfall bei jedem Akkord ein anderes Tonmaterial benutzen. Angesichts der Geschwindigkeit der Harmoniewechsel finde ich das in diesem Fall aber unpassend bzw. zu viel Kopfarbeit. Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem gesunden Verhältnis.
Für mich bilden Fis, H und D eine gleichbleibende Tonalität, die mit F und G verlassen wird. Fangen wir hinten an: F und G, v.a. auch weil sie halbtaktig gewechselt werden, gehören zusammen und zwar als IV und V von C-Dur. Wenn ich das Fis als Moll wahrnehme und nicht wie Du dominantisch (was übrigens auch vom harmonischen Rhythmus her schwerfällt, schließlich ist das der erste Akkord eines neuen Formabschnitts und kriegt dadurch so nen Touch von "neuer Tonika", der Satriani Beppi macht sowas ja ständig), dann hättest Du zwei Möglichkeiten: III, VI und I in D. Oder VI, II, IV in A. Ich würde eher zur zweiten Variante tendieren. Wenn Du das Fis eher noch düsterer als "quasi-Phrygisch" haben willst, nimmst Du D. Das passt für mich aber dann nicht so zum Rhythmus und zum Stil insgesamt.
Du kannst es aber auch so angehen wie Du selbst geschrieben hast. Fis und H als zusammengehöriges Paar II und V in E, dann wird's funkiger-frecher, also stiltypischer. Dein E-ionisch über D kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Das wäre musikerpolizeilich falsch. :roll: Ich würde da zu G-Dur, also D-Mixolydisch raten, denn dadurch kommst Du eleganter zum C-Dur für die letzten beiden Akkorde.

Ich würde da aber grundsätzlich eher pentatonisch rangehen, das passt stilistisch meiner Meinung nach besser. Also Fis-Moll-Pentatonik für die ersten drei Akkorde und A-Moll- bzw. C-Dur-Pentatonik für F und G.

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Reinhardt
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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Reinhardt » Mi 21. Jun 2017, 12:48

Er hat Pentatonik gesagt!!
ER!
:flower:

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Schnabelrock » Mi 21. Jun 2017, 14:33

Ach. Du. Scheisse.

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 21. Jun 2017, 16:46

Matt 66 hat geschrieben:Ich höre nur Powerchords und ein paar Staubsauger. ;-)

Im Ernst, über meine PC-Boxen tu ich mir schwer, da einen Fis7#9 zu hören. Sicher, dass da ne große Terz mit drin ist? Durch die Betonung der kleinen Terz im Solo höre ich da eher Moll. Und im Hintergrund eben die Staubsauger... :mrgreen: Und die sus-Klänge... naja, man kann sie ahnen.
Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten. Wenn Du partout jeden Akkord einzeln "anvisieren" willst, kannst Du das natürlich machen und im Extremfall bei jedem Akkord ein anderes Tonmaterial benutzen. Angesichts der Geschwindigkeit der Harmoniewechsel finde ich das in diesem Fall aber unpassend bzw. zu viel Kopfarbeit. Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem gesunden Verhältnis.
Für mich bilden Fis, H und D eine gleichbleibende Tonalität, die mit F und G verlassen wird. Fangen wir hinten an: F und G, v.a. auch weil sie halbtaktig gewechselt werden, gehören zusammen und zwar als IV und V von C-Dur. Wenn ich das Fis als Moll wahrnehme und nicht wie Du dominantisch (was übrigens auch vom harmonischen Rhythmus her schwerfällt, schließlich ist das der erste Akkord eines neuen Formabschnitts und kriegt dadurch so nen Touch von "neuer Tonika", der Satriani Beppi macht sowas ja ständig), dann hättest Du zwei Möglichkeiten: III, VI und I in D. Oder VI, II, IV in A. Ich würde eher zur zweiten Variante tendieren. Wenn Du das Fis eher noch düsterer als "quasi-Phrygisch" haben willst, nimmst Du D. Das passt für mich aber dann nicht so zum Rhythmus und zum Stil insgesamt.
Du kannst es aber auch so angehen wie Du selbst geschrieben hast. Fis und H als zusammengehöriges Paar II und V in E, dann wird's funkiger-frecher, also stiltypischer. Dein E-ionisch über D kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Das wäre musikerpolizeilich falsch. :roll: Ich würde da zu G-Dur, also D-Mixolydisch raten, denn dadurch kommst Du eleganter zum C-Dur für die letzten beiden Akkorde.

Ich würde da aber grundsätzlich eher pentatonisch rangehen, das passt stilistisch meiner Meinung nach besser. Also Fis-Moll-Pentatonik für die ersten drei Akkorde und A-Moll- bzw. C-Dur-Pentatonik für F und G.


Sorry, D ionisch muss das heißen. Wollte E dorisch schreiben und hab mich dann selbst verwirrt.

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Tom » Mi 21. Jun 2017, 17:04

Ich hab mit der Akkordfolge ein bissl rumprobiert und muss sagen, mir gefällt über das D in dem Kontext lydisch am besten :out:
Im Ernst!
Und das F und das G sind für mich so ne Art Bluesharmonik vom D aus gesehen. Da geht auch die D Bluestonleiter drüber.

Also irgendwie komm ich am besten zurecht mit
F#m - H7 > dorisch/mixolydisch (a la oye como va)
D > lydisch
F - G > D Bluestonleiter
ODER Fmaj7 (Am Pentatonik oder C Dur Dreiklang usw.)
und
Gmaj7 (Hm Pentatonik oder D Dur Dreiklang usw.)

Du könntest auch versuchen so wenig wie möglich zu ändern.
z.B.:
F#m - H7 : C#m Pentatonik (hast halt im H ein sus4 drin)
D: ebenfalls F#m Pentatonik (lydisch halt)
und dann für F und G die Penta einen Bund raufrutschen und die besagte D Bluestonleiter spielen.

Aber bei dieser Methode spielt man die Changes nicht so schön aus.

Besser ist die Henderson (eigntl. Wayne Shorter) Methode: eine Phrase spielen und diese Phrase in den nächsten Akkord versuchen logisch (subjektiv!) weiterzuführen. Da bleibt man in der Musik und muss nicht erst die Skalen lernen :)

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 21. Jun 2017, 17:44

Danke. Das waren wirklich ein paar hilfreiche Anregungen.
Ich hab anfangs versucht verkopft die alterierte Skala über den Dom7#9 zu spielen, was aber einfach stilistisch nicht passt, wenn ich das spiele.
Man kann eben nichts spielen, was man nicht hört.
Ich habe dann gespielt, was ich im Kopf höre und das war dann das Gedudel, was ich gepostet habe.
Das klingt ok, aber auch noch nicht so spannend.

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Mr Knowitall » Mi 21. Jun 2017, 17:51

Was ist denn ein Staubsauger?

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Matt 66 » Do 22. Jun 2017, 09:46

Na sowas halt:
Bild

Für mich passen verzerrter Sound und vollständige oder gar harmonisch erweiterte Akkorde überhaupt nicht zusammen. Das klingt für mich eben wie eine Horde Staubsauger, die gleichzeitig in Betrieb sind. Ungefähr so: "Pfffffllllluuuuääääähhhhhhhhh"

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Mr Knowitall » Do 22. Jun 2017, 10:58

Seit Blues und Hendrix darf man aber 7#9 mit Verzerrung spielen. :mag:
Ansonsten sind es tatsächlich Powerchords mit Sekund oben dann und wann.

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Tom » Do 22. Jun 2017, 11:18

Zakk hat geschrieben:Eigentlich wäre das das Konzept des modal interchange. Davon ausgehend könntest Du spielen:

F# dorisch über F#-7 und H7, dann F# aeolisch über D, bei Fmaj7 wird´s etwas heikel. Da könnte man F#melod. Moll spielen, hätte dann aber ein Problem beim C. Da müsste man ne +5 abdrücken….

Wichtig wäre vom Grundton-Ding wegzukommen.

Interessanter Ansatz! Damit käme ich nicht klar. Ich versuch immer das, was ich so höre auf den Grundton des jeweils erklingenden Akkordes
zu beziehen :dontknow:
F# aeolisch über D: warum sagst du dazu nicht D lydisch? Das ist ja das gleiche….aber was ist der Vorteil an deinem Konzept?

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Zakk_Wylde » Do 22. Jun 2017, 12:07

- Man kommt so ein bisschen vom Grundton-Sound weg.... Wenn ich über H7 mein F#Dorisch spiele habe ich vielleicht aufgrund meines muskulären Gedächtnisses Minor 7 Licks drauf und spiele damit automatische nette Optionstöne bzw. auch irgendwelche upper structure voicings

- Wenn man eher modal denkt, braucht man z.B. für den Übergang von F# Dorisch zu F# aeolisch nur einen Ton ändern, habe aber immer noch den Fluss in den lines drinne

- Der nahe Verwandschaft und das, was die Modulation fürs Ohr so elegant macht, wird so schön transparent....

Die Folge von F#-7 zu H7 zu D ist einfacher nachzuvollziehen, wenn man einfach denkt aus F#dorisch wird F#aeolisch (bzw. aus dem D# in der Leiter wird ein D).

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Reinhardt » Do 22. Jun 2017, 12:43

Ich habe bis jetzt noch nicht zu der Akkordfolge gespielt, aber es ist schwer, mit der Solo-Linie obendrauf, diese gedanklich auszublenden von ihrer Wirkung her.
Sie stellt ja aber die Grundlage der Klangwelt dar, die Knowi wohl erreichen will und ist daher andererseits ein guter Ausgangspunkt.
Ich persönlich würde schwanken, ob ich bei diesen Changes jetzt eher einen Bettencourt-Kotzen-Shred-Funk hören will oder lieber so ein Blues-Melodiös-Wechselspiel-Bombast-Ding im Stil Hormes/Lukather/Stevens und Konsorten.
Würde ich die Akkorde nur hören, würde ich wohl selber über die f#/H7-Geschichte Arpeggien bzw. dorisch/mixo latinrockartig spielen und über die D-Geschichten ganz trivial versuchen, ein Wechselspiel zwischen Durtonleiter und Bluespentatonik auszuspielen. Was wohl misslingt bzw. nicht insgesamt adäquat lösbar wäre, wenn ich die Diskussionen so verfolge? Vielleicht retten einen in der Tat clever funktional eingebettete Pentatoniken. Ich finde das aber für das intendierte Genre zu viel ... Fusion? Man legt so eher Linien an als erwähnte Phrasen, die ich hier auch prägnanter fände.

C#m-Penta zu denken über f#/H muss ich sofort mal ausprobieren. Wäre ich jetzt so nie drauf gekommen.


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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Reinhardt » Do 22. Jun 2017, 13:39

Das sind schneidige Videos, die ich nicht kannte, aber nicht dass Missverständnisse aufkommen:
Ich wollte das nicht diskreditieren, im Gegenteil! Ich bin ein Fan dieser Methode des Zugangs! Ich wollte doch nur den Matt ärgern!
Erstmals stieß ich auf diese Penta-Methode glaube ich im "Fusion Guitar Workbook" von Mario Neunkirchen oder wie das Ding hieß vor fast 20 Jahren wohl. Und ich fand das auch klanglich bestechend und kognitiv verarbeitbar auch im Vollzug, sprich: seriöser Effekt bei geringer Beanspruchung, was heißt, es ist in der Praxis auch mit weniger Übung einsetzbar.
Im Gegensatz zu Wahnwitzansätzen wie Verheyens Intervallic Method, die sehr hohe Ansprüche nicht nur kognitiv, sondern auch technisch an den Spieler stellen, wobei die dabei kreierten Linien natürlich viel ungewöhnlicher und naturgemäß spektakulär sind, aber für minderbegabte Amateure wie mich nur von akademischem Interesse sind, da sie es nie bis zur Live-Reife schaffen werden.

Wobei, gerade bei Knowis Changes hätte ein solcher intervallischer Zugang auch was. Verheyen spielt ja auch so Zeugs. Wobei, der kann ja alles. Das mag kein Kriterium sein ...

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon spanking the plank » Do 22. Jun 2017, 13:48

...und hat er trotz all seines Könnens so viel Platten verkauft wie z. B. Slade? Nee, ne, siehste. Gräm Dich nicht :laughter:

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Re: Tips für Akkordfolge

Beitragvon Reinhardt » Do 22. Jun 2017, 14:24

Nicht jeder, der was kann, muss arm sterben wie Holdsworth!
Siehe John Mayer oder George Benson.


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