Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
- Mr Knowitall
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Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
http://youtu.be/KwnvHqvHtt8
Wie groß der allseitige Nutzen daraus ist, belegt vielleicht am besten die Äußerung eines berühmten New Yorker Psychoanalytikers: „Viele Manager und beruflich Selbstständige können ohne ihr soziales und finanzielles Engagement in Welfare-Organisationen die Kälte des Berufslebens nicht mehr ertragen. … Das soziale Elend ist geradezu notwendig, um dort durch Wohltätigkeit Schuldgefühle abzubauen und der Freizeitdepression und Drogen- und Therapieabhängigkeit Besserverdienender vorzubeugen.
Wie groß der allseitige Nutzen daraus ist, belegt vielleicht am besten die Äußerung eines berühmten New Yorker Psychoanalytikers: „Viele Manager und beruflich Selbstständige können ohne ihr soziales und finanzielles Engagement in Welfare-Organisationen die Kälte des Berufslebens nicht mehr ertragen. … Das soziale Elend ist geradezu notwendig, um dort durch Wohltätigkeit Schuldgefühle abzubauen und der Freizeitdepression und Drogen- und Therapieabhängigkeit Besserverdienender vorzubeugen.
- Reinhardt
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Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
wie immer sensationell. Und bitter zugleich.
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Nossa, ein Psychoanalytiker hat neulich in einem Interview zugegeben, in der Kindheit von der Geschichte Donald Duck: "Christbäume für Entenhausen" fasziniert gewesen zu sein, das prägt natürlich ...
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Eine Anekdote ist kein Argument...
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Nossa, für die Vorstandssitzung eines internationalen Konzerns wurden die Mitglieder in eines der feinsten und teuersten Restaurants der Stadt eingeladen. Es lag in unmittelbarer Nähe der Firmenzentrale und so erschienen die Vorstände pünktlich und gut gelaunt, plauderten ein wenig beim Champagner und nahmen schließlich an dem luxuriös gedeckten Tisch Platz. Alle freuten sich auf das legendäre Menü des hiesigen Sternekochs. Doch dazu kam es nicht.
Draußen versammelten sich Landstreicher und Obdachlose. Sie blickten durch die Scheiben, drückten ihre staubigen Nasen dagegen und klopften aufdringlich an die Fenster. Das Klappern wurde lauter und mischte sich bald mit Sprechgesängen. An ein gemütliches Mahl war nicht mehr zu denken, und immer mehr Bosse fragten sich, was der Gastgeber dagegen unternehmen würde: Würde er die Penner ignorieren oder die Polizei rufen? Nichts davon passierte. Stattdessen öffnete er die Tür und ließ die Meute herein. Die Leute rochen wie ein Zwischenfall in einem russischen Chemiewerk. Vor allem aber waren sie hungrig. Zum großen Entsetzen der Vorstände lud sie der CEO an den Tisch. Die Runde wurde erweitert und die Fremden fielen über die ersten beiden Gänge her als gäb’s kein Morgen. Danach verschwanden sie aber nicht, sondern beschimpften die Manager: Wie könnt ihr euch jeden Tag mit Hummer, Foie gras und Champagner vollstopfen, während wir Hunger leiden? Die Vorstände bemühten sich um Contenance. Sie seien nun mal Führungskräfte eines großen Konzerns und trügen viel Verantwortung, versuchten sie sich zu verteidigen. Die Obdachlosen überzeugte das nicht. Die Manager gerieten zunehmend in die Defensive. Schließlich brach der Gastgeber die Farce ab. Er erklärte seinen verblüfften Kollegen, dass die Vagabunden in Wahrheit Schauspieler seien, engagiert, um alle auf den einzigen Punkt der heutigen Agenda vorzubereiten: die soziale Verantwortung des Unternehmens.
Draußen versammelten sich Landstreicher und Obdachlose. Sie blickten durch die Scheiben, drückten ihre staubigen Nasen dagegen und klopften aufdringlich an die Fenster. Das Klappern wurde lauter und mischte sich bald mit Sprechgesängen. An ein gemütliches Mahl war nicht mehr zu denken, und immer mehr Bosse fragten sich, was der Gastgeber dagegen unternehmen würde: Würde er die Penner ignorieren oder die Polizei rufen? Nichts davon passierte. Stattdessen öffnete er die Tür und ließ die Meute herein. Die Leute rochen wie ein Zwischenfall in einem russischen Chemiewerk. Vor allem aber waren sie hungrig. Zum großen Entsetzen der Vorstände lud sie der CEO an den Tisch. Die Runde wurde erweitert und die Fremden fielen über die ersten beiden Gänge her als gäb’s kein Morgen. Danach verschwanden sie aber nicht, sondern beschimpften die Manager: Wie könnt ihr euch jeden Tag mit Hummer, Foie gras und Champagner vollstopfen, während wir Hunger leiden? Die Vorstände bemühten sich um Contenance. Sie seien nun mal Führungskräfte eines großen Konzerns und trügen viel Verantwortung, versuchten sie sich zu verteidigen. Die Obdachlosen überzeugte das nicht. Die Manager gerieten zunehmend in die Defensive. Schließlich brach der Gastgeber die Farce ab. Er erklärte seinen verblüfften Kollegen, dass die Vagabunden in Wahrheit Schauspieler seien, engagiert, um alle auf den einzigen Punkt der heutigen Agenda vorzubereiten: die soziale Verantwortung des Unternehmens.
- Mr Knowitall
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Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Soziale Verantwortung klingt wieder so nach Almosen!
Für euch die Brühe. Für sie das Mark.
Für euch der Pfennig. Für sie die Mark.
Für euch die Brühe. Für sie das Mark.
Für euch der Pfennig. Für sie die Mark.
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Nossa, soweit war die SPD schon vor 145 Jahren, der dritte Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus hat nun aber auch nicht ins Paradies geführt ...
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Wie wenn das das Ziel sein muesste.
Aber "soziale Verantwortung" schlaegt halt auf den Profit und wird damit im Kapitalismus immer unterlaufen werden. Ob man das durch politischen Willen verhindern kann, wenn Politik nicht grade duch Handlungsspielraum gegenueber der Oekonomie glaenzt oder ob man drauf warten muss, dass es genug Leute satt haben oder das System richtig gegen die Wand faehrt, kann wohl niemand so richtig sagen. Aber cool ist es nicht wie es ist. Adam Smith my ass!
Aber "soziale Verantwortung" schlaegt halt auf den Profit und wird damit im Kapitalismus immer unterlaufen werden. Ob man das durch politischen Willen verhindern kann, wenn Politik nicht grade duch Handlungsspielraum gegenueber der Oekonomie glaenzt oder ob man drauf warten muss, dass es genug Leute satt haben oder das System richtig gegen die Wand faehrt, kann wohl niemand so richtig sagen. Aber cool ist es nicht wie es ist. Adam Smith my ass!
- Mr Knowitall
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Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Mir geht es nur um eine Beobachtung an mir selbst. Die Konnotation von Begriffen ändert sich für mich. Ich bin da recht empfindlich. "Soziale Verantwortung" klingt wie Hohn, weil der Ausdruck schon so oft in lügnerischer Absicht verwendet wurde (newspeak). Ich empfinde unwillentlich einen inneren Widerwillen, wenn ich bestimmte Formulierungen lese oder höre, bin mir dessen aber auch bewusst. Es handelt sich im Grunde um eine Konditionierung durch die Kontingenz der Ereignisse, wodurch der neutrale Reiz (beliebiger Begriff) zum bedingten Reiz wurde, der Ekel auslöst.
Die Sprache wird in meinen Augen beschmutzt. Das stört mich persönlich sehr.
Die Sprache wird in meinen Augen beschmutzt. Das stört mich persönlich sehr.
Zuletzt geändert von Mr Knowitall am Fr 27. Apr 2012, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Tom hat geschrieben:Schöner Traum, Hecky.
Hossa, ich kann mir vorstellen, dass das schon so stattgefunden hat.
Der Haken an der Geschichte ist, das echte Obdachlose sich nicht so verhalten und der Gastgeber bei echten Obdachlosen die Tür nicht geöffnet sondern die Polizei gerufen hätte.
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Hecky hat geschrieben:Nossa, soweit war die SPD schon vor 145 Jahren, der dritte Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus hat nun aber auch nicht ins Paradies geführt ...
Weil sie in Weimar zu weichen moralisch zerriebenen Ja-sagern wurden. Spätestens angesichts eines drohenden Bürgerkrieges.
Es ist doch eher immer noch so, daß der Liberalismus in seinem Konzept von Freiheit und Machbarkeit die Schwachen, Ausgebeuteten und Armen nicht auf der Rechnung hat. Ja, daß Freiheit auf deren Schultern ausgetragen wird.
Und dieser Mechanismus scheint mir älter als die SPD . . .
Zuletzt geändert von Tom am Fr 27. Apr 2012, 19:58, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Was würd ich armseliges Würstchen ohne Herrn Schramm machen, der mir Mut und Kraft gibt.
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Nossa, ein einfaches Beispiel, die Frauenquote. Vom Ergebnis her gedacht (die sozialistische Idee). Die Abfallwirtschaftsbetriebe dürfen solange nicht einstellen, bis sich genügend Frauen gefunden haben, die die Mülltonnen leeren. Der Müll der liegen bleibt, ist der Gerechtigkeit geschuldet.
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Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Hecky hat geschrieben:Nossa, ein einfaches Beispiel, die Frauenquote. Vom Ergebnis her gedacht (die sozialistische Idee). Die Abfallwirtschaftsbetriebe dürfen solange nicht einstellen, bis sich genügend Frauen gefunden haben, die die Mülltonnen leeren. Der Müll der liegen bleibt, ist der Gerechtigkeit geschuldet.
Sei dir nicht so sicher, auch diese Männerbastion wird fallen:
http://www.dailymotion.com/video/xe3rq9 ... er-1_sport
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Hecky hat geschrieben: der dritte Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus
Wurde der jemals ausprobiert?

Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Nossa, die SPD (oder die Linke) wird sagen: Wählt uns in die absolute Mehrheit, und wir zeigen es euch ... sie sind natürlich insgeheim froh, dass das nicht passiert ...
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Den Teufel werd ich tun. Meine Ideale werden von der SPD leider viel zu lasch vertreten.
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Meine Ideale werden von keiner Partei vertreten....
Re: Georg Schramm zu Menschenwürde und Ohnmacht
Josef K hat geschrieben:Hecky hat geschrieben: der dritte Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus
Wurde der jemals ausprobiert?
Sieht schön aus, ist aber steril. Genauso wie der dritte Weg zwischen Fender und Gibson: PRS.
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