Beitragvon Reinhardt » Mi 30. Jan 2019, 15:04
Ich fange daher mal an:
Für absolute Anfänger im Grundschulalter ein sensationelles Konzept, weil es tatsächlich funktioniert und Kinder, sobald sie rudimentär lesen können, damit wirklich sogar ALLEINE üben können und es zudem nicht gleich um Akkordgeschrubbe geht, ist
"Die bunte Gitarrenschule".
Gibt es mehrere Bände, einen für Ensemble, ein Weihnachtsbuch und noch ein paar andere Spiralhefter.
Satz und Layout sind etwas grobschlächtig, aber merkwürdigerweise haben Kinder kein Problem damit, im Zwielicht dunkelblau und kackbraun voneinander unterscheiden zu können.
Der Sprung von den bunten Notenköpfen zu normaler Partitur und zum Akkordspiel ist dann der Knackpunkt, aber dann sind zwei oder bei Trödeln drei Jahre ins Land gegangen. Lernfortschritt im Vergleich zu Kindern mit Gruppenunterricht in AGs und Ähnlichem etwa 200 %.
Die "Blues You Can Use"-Reihe.
Sehr schön gemacht, je nach Können steigt der fortgeschrittene Anfänger mit dem ersten Buch ein, die erfahrenen dann halt erst beim "Chords"-Buch oder beim "Jazzin' The Blues". Letzteres Buch finde ich ziemlich fein, auch das Akkorde-Buch ist didaktisch und layouterisch sehr gelungen. Nachteil Eben dieses gibt es wohl immer noch glaubeich bloß auf Englisch.
"Rhythm Blues For Guitar" von Robben Ford. Referenzwerk, wer halbwegs kompetent im bluesigen Jazz oder Jazzrock begleiten will, muss das kennen, und Punkt. Gibt's auch als DVD mit PDF eine ausführlichere neuere Variante von "The Art of Blues Rhythm", fast noch erhellender, aber nicht so auf den Punkt nur die Basics wie das Buch/Heft.
"The Fusion Guitar Workbook" rettete mich durch den Jazzrock. Cleverer Ansatz mit dem Nötigsten an Musiktheorie, aber dem praktikabelsten Ansatz. Sprich, unakademisch im positiven Sinn. Als das Gegenteil von Sagmeisters "Jazzgitarre";-) Muss man als Standardwerk zwar auch haben und vielleicht durchgearbeitet haben, kommt aber nicht so stramm auf den Punkt aus meiner Sicht und langweilt mit sehr viel Theorie und wenig Rezept.
Zu Gypsy Jazz: Schwieriges Thema. Habe ich die vier oder fünf Standardwerke, alle davon sind aber eher Meisterlehren und haben in dem Sinne keinen didaktischen Ansatz. Bis auf das erste der beiden Bücher von Manfred Fuchs "Gypsy Jazz Step By Step", das wirklich von rudimentären Chord-Klischees Arpeggio für Arpeggio aufbaut und nebenbei noch ein paar Techniken versucht beizubiegen. Der Schwerpunkt liegt aber auf dem Tonmaterial und nicht auf einer Lick-Bibliothek, das hat also wenig Wohnwagencredibility, wenn ich das mal so ausdrücken darf, erhellt aber die Prinzipien, die ja doch da sind. In der Form vielleicht einzigartig auf dem Markt.