The unknown Zerrer

Schnabelrock

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Schnabelrock » Mo 7. Nov 2016, 10:47

Markus hat geschrieben:Das war der Grund, warum ich diesen Film nach 15 Minuten ausgeschaltet habe.


+ die Zappelei von Mick Jagger. Meinetwegen ist seine Energie, sein Einsatz und seine Fitness beeindruckend. Mich macht es dennoch nervös.

Benutzeravatar
spanking the plank
Beiträge: 4906
Registriert: Mo 25. Okt 2010, 07:01

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon spanking the plank » Mo 7. Nov 2016, 10:53

Shine A Light ist aber auch das mit Abstand schlechteste Stones-Konzert, das jemals mitgeschnitten und gefilmt wurde. Auch ein Scorcese kann aus nix Gutem nix Gutes zaubern.

Gut ist z. B. das Stones Konzert Havanna Moon von diesem Jahr, das Konzert in Havanna, Kuba. Hab ich im Kino gesehen.

Benutzeravatar
Reinhardt
Beiträge: 7872
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 10:47

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Reinhardt » Mo 7. Nov 2016, 11:24

Schnabelrock hat geschrieben:Bei SHINE A LIGHT wird ja auch der im-Bild-Befindliche im Mix massiv hochgezogen. Das hätte man man besser gelassen. Da kommt viel Grobmotorisches zum Vorschein. Es macht das Klangbild ausserdem sehr bruchstückhaft.


Das ist mit die größte Schnapsidee vom Sounddesign her, die jemals bei einem Musikfilm über die Rampe gedrückt wurde. Wie kommt man auf so etwas??

Schnabelrock

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Schnabelrock » Mo 7. Nov 2016, 12:01

Multitone hat geschrieben:Wie kommt man auf so etwas??



:think: Vermutlich die Idee eines rein visuell begabten Menschen zur Intensivierung des Seh-Erlebnisses.

Benutzeravatar
Spanish Tony
Beiträge: 8605
Registriert: Mi 23. Feb 2011, 22:20

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Spanish Tony » Mo 7. Nov 2016, 18:49

Ich hatte ja Mick und Keith bereits '82 geraten, aufzuhören. Es wäre der perfekte Zeitpunkt gewesen. Aber sie wollten ja nicht hören

Benutzeravatar
Reinhardt
Beiträge: 7872
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 10:47

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Reinhardt » Mo 7. Nov 2016, 19:56

Ich hätte es ihnen bei schlechter Laune schon 1962 geraten.

Benutzeravatar
spanking the plank
Beiträge: 4906
Registriert: Mo 25. Okt 2010, 07:01

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon spanking the plank » Di 8. Nov 2016, 05:53

Multi, 1962 warst Du noch gar nicht geboren. Der Einzige, der den Rat hätte erteilen können, wäre ich gewesen. Ich war damals schon in der Schule und konnte Lesen und Schreiben.
Hätt ich aber nicht gemacht. Es hätte nicht so tolle Songs wie "We Love You", "She´s A Rainbow", "Lady Jane", "Mother´s Little Helper", "Paint It Black", "Under My Thumb", "Stupid Girl", "I Got The Silver", "Gimme Shelter", "You Can´t Always Get What You Want", "Street Fighting Men", "Salt Of The Earth", "Yesterday´s Papers", "Sympathy For The Devil", "19th Nervous Breakdown", "Have You Seen Your Mother, Baby, Standing In The Shadow" usw. usf. gegeben - und das waren gerade mal ein paar Songs der 1960er.

Cool war und ist auch "Connection", "I´m Free" und das Cover "She Said Yeah" (im Original von Larry Williams, der auch "Boney Maronie" komponiert hat).

Benutzeravatar
Spanish Tony
Beiträge: 8605
Registriert: Mi 23. Feb 2011, 22:20

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Spanish Tony » Di 8. Nov 2016, 09:38

Auch hier sollte die neueste Rolling Stones in Mono Box nicht unerwähnt bleiben :thumbup:

Benutzeravatar
Reinhardt
Beiträge: 7872
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 10:47

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Reinhardt » Di 8. Nov 2016, 10:43

Ich finde, man sollte das Forum dringend mal umbenennen ...

Benutzeravatar
Reinhardt
Beiträge: 7872
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 10:47

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Reinhardt » Fr 18. Nov 2016, 10:44

... da das nicht geschah in der Downtime-Phase:
Hier stattdessen mein Eindruck des silberschallig vererbten einfachen verrückten Professors:
Ich hatte einen Direktvergleich mit dem Hermida Lovepedal Zendrive sowie dem Mad Prof Golden Cello. Vorausgeschickt: ich hatte sie alle. Die Zens. Letztendlich habe ich (bisher ...) den Lovepedal Zen behalten, auch wegen seiner kompakten Größe gegenüber Fuchs, Weelden etc.
Also:
Wenn ich den Zen eher als so eine Art luftigen Booster mit der Dumble-Attack-EQ-Verbiegungsnase mit einer parallel zugemischten feinkörnigen Zerre chrakterisiere, dann würde ich den MP Simble beschreiben als grobkörniger in der Zerre mit mehr Zerr-Reserven sowie einer dezenteren Attacknase und einem dichteren, nicht ganz so luftig-boosterigen Klangbild und mit etwas präsenteren Höhen. Es ist mehr ein Overdrive mit Zen/Dumble-Anleihen und weniger ein Low-Gainer-Boost-Zerrer, allerdings noch mit deutlich weniger grobem Fuzz als das Golden Cello (das eher in die Big-Muff-Richtung geht), sondern einer noch geschmeidigen Zerre, die aber in der Tat SC gut zu Gesicht steht und bei HB einen (manchen vielleicht zu) dichten Singsang erzeugt.
Könnte ich auf einem Brett, das ich für alle Gelegenheiten benutzen muss, nur einen Zerrer verwenden dürfen, dann würde ich den Simble wählen. Er macht in jeder Situation eine gute und universell einsetzbare Figur.
Seine Ausrichtung ist zwar eindeutig amerikanisch und nicht britisch, aber im Vergleich zum Zen geht er charakterlich fast ebenso eindeutig nicht so stark in diese eher kantig-dynamische nökige Dumble-Richtung (die man ja eh mögen muss).

Müsste ich ihn nachstellen, würde ich wohl einen guten, eher eleganteren Tubescreamer-Klon mit einem Rockett Archer anblasen.

Benutzeravatar
silversonic65
Beiträge: 2217
Registriert: Do 20. Sep 2012, 19:52

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon silversonic65 » Fr 18. Nov 2016, 15:25

Du solltest dich als Testberichteschreiber bei den einschlägigen Magazinen bewerben... ;-)

Schnabelrock

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Schnabelrock » Fr 18. Nov 2016, 17:17

Multitone hat geschrieben:diese eher kantig-dynamische nökige Dumble-Richtung


Verstehe ich nicht. Der Dumble ist doch ein sehr feingliedriger, dezenter und eleganter Geselle.

Benutzeravatar
Reinhardt
Beiträge: 7872
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 10:47

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Reinhardt » Fr 18. Nov 2016, 19:33

Das ist vielleicht einer der größten Irrtümer bzw. eine der größten Großstadtmythen in der Geschichte der Musiktechnik aus meiner Sicht ...
Der Markus wird sich sicher auch noch dazu äußern. Womöglich behauptet er das Gegenteil. :mrgreen:
(Oder war das bereits Ironie, mein lieber Schnabel?) :shock:

Schnabelrock

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Schnabelrock » Fr 18. Nov 2016, 19:56

Nein, war es nicht. Mit Gregor Hilden klang das Ding exakt so. Wobei der eigentlich immer so klingt. Lag es an ihm?

Benutzeravatar
Spanish Tony
Beiträge: 8605
Registriert: Mi 23. Feb 2011, 22:20

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Spanish Tony » Fr 18. Nov 2016, 20:41

Ich check das auch nicht

Benutzeravatar
Reinhardt
Beiträge: 7872
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 10:47

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Reinhardt » Fr 18. Nov 2016, 20:57

Feingliedrig und elegant bei Hilden jetzt?
Aber gerade da finde ich den Vergleich zu seinem Vibrolux-Sound doch ganz aufschlussreich.
Der Dumble setzt sich doch vom Attack-Schmelz seines Vibrolux recht gut ab. Zu seinen Bandsounds passt er irgendwie nicht, weil er zu offen und harsch klingt.
So gesehen muss ich teilweise revidieren, man muss den Dumble immer im klanglichen Kontext sehen. In eine stramme Bluesrockband eingebettet ergibt er diese nasale Eleganz mit viel Attack, die sich perfekt im Mix einbettet und dadurch diese scheinbare Weichheit bei trotzdem guter Durchsetzungskraft liefert; alleine oder mit zu dezenter Band wirkt er fast schon steril, kantig, nölig und überdynamisch. Und auch die Zerre ist nicht unbedingt feingliedrig.
Wie ein Dumble real klingt, kommt aus meiner Sicht doch recht gut bei Robben Fords Platte "Truth" sowie bei dem Live-Querschnitt "Soul on 10" zum Vorschein. Das hat nix Westcoastiges im Sinne von Ritenour. Das ist ja was ganz Eigenes. Wir sprechen hier immer über Dumbles, die im "Rock"-Voicing betrieben werden, gelle. Sonst muss man relativieren.
Zudem muss ich bezüglich meiner Meinungsbildung auch meine Erfahrungen relativieren. Ich beziehe mich auf Klone von Fuchs, Budda, Two Rock, Brown Note sowie v.a. auf eine 1:1 Ceriatone-Replika mit Mercury-Mod von Tonehenge. Ein wirklich echter Dumble ist mir noch nie untergekommen.

Benutzeravatar
Spanish Tony
Beiträge: 8605
Registriert: Mi 23. Feb 2011, 22:20

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Spanish Tony » Fr 18. Nov 2016, 21:04

Ich hab den Hilden Dumble kurz clean gespielt. Das hatte was von alten Fenders, klang ziemlich weich und schön. :think:

Benutzeravatar
Reinhardt
Beiträge: 7872
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 10:47

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Reinhardt » Fr 18. Nov 2016, 21:18

Interessant. Eher Silver, Brown oder Black? Über was für Speaker?
Ich habe die Amps alle sehr laut und unclean gespielt. Clean und leiser waren die in der Tat auch alle geschmeidig-dynamisch, großer Blackface quasi. Im Overdrive war das aber eine völlig andere Hausnummer.
Der Markus besaß diesen Amp doch ziemlich lange. Was sagt der denn zum Rockbetrieb?

Benutzeravatar
Markus
Beiträge: 2673
Registriert: Fr 29. Okt 2010, 13:25

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon Markus » Sa 19. Nov 2016, 09:03

Multitone hat geschrieben:Der Markus besaß diesen Amp doch ziemlich lange. Was sagt der denn zum Rockbetrieb?


Was heißt schon Rockbetrieb? Für Schwermetaller ist ein Dumble schon mal gar nix, ist klar. Mein Dumble - also der, der mal kurz dem Gregor gehört hat - war a) ein zivilisierter (6L6-) Geselle, mit dem man aber b) auch anständig Gas geben konnte. Dann war die Lautstärke aber schon gehoben. Ich hatte ja keinen Dumblelator, das heißt, wenn der Amp richtig rocken sollte, dann musste man schon über den berühmten Sweet Spot hinaus gehen und dann waren da schon reichlich Röhren-Watt in Aktion!

Ich kann Euch den Sound nicht beschreiben (ich glaube, das Thema hatten wir schon gefühlte 1000 Mal...), ich kann Euch nur die paar Songs vorspielen, die ich mit dem Dumble auf CD geklimpert habe. Live-Beispiele habe ich leider keine, obwohl ich den Amp bei Sessions doch viel gespielt habe. Aber da nimmt ja in der Regel keiner mit auf. Hier also ein paar Songs mit dem Dumble im Studio:

Der Dumble mit meiner 1971er Tele - pur in den Amp mit den originalen Pickups, die nicht besonders viel Output haben:

https://soundcloud.com/herrmarkus/moment


Der Dumble mit einer neueren ES 335, deren Classic-PUs jede Menge Output haben:

https://soundcloud.com/herrmarkus/navi


Der Dumble mit einer Gibson Les Paul CS zu Toms Blues-Track - der Amp ist sehr leise gestellt, weil ich das zu Hause mit einem Marantz-Journalistenrecorder aufgenommen habe, der normalerweise für die Aufzeichnung von Interviews vorgesehen ist:

https://soundcloud.com/herrmarkus/forum ... herrmarkus


Ah, jetzt habe ich in den Tiefen von Youtube doch noch was im Live-Betrieb gefunden. Obwohl das eher peinlich ist, könnt Ihr doch mal reinhören (man muss auch zu seinen dunklen musikalischen Stunden stehen...). So hat der Dumble geklungen, wenn man wenigstens ein bisschen Gas geben konnte. Allerdings ist das Ganze nur mit einem Kamera-Mikro aufgenommen und damit soundmäßig natürlich eher bescheiden:

https://www.youtube.com/watch?v=SYGCxstqCs8


Ich glaube, ich habe Euch schon mal von meinem Besuch bei Van Weelden im niederländischen Apeldoorn berichtet. Ich hatte vor vielen Jahren kurz mit dem Gedanken gespielt, mir einen VW-Amp zu kaufen. Ich hatte meinen Dumble mit und zusammen mit Meister Van Weelden haben wir die Amps dann in seiner Werkstatthalle im Volllastbetrieb gegeneinander gespielt. Mein Dumble hat dabei die VW-Amps dermaßen zerlegt, dass der Meister wirklich große Augen und Ohren gemacht hat. Die Lautstärken, die wir allerdings dabei fabriziert haben, hätten sicherlich für den Stadion-Einsatz gereicht. Was war noch mal die Frage - ach ja, Rockmusik. Ja, das konnte mein Dumble! Und der Ton war erhaben und mörderisch. Ich habe noch kein Pedal gehört, was das auch nur andeutungsweise abgebildet hätte. Es bringt aber aus meiner Sicht nichts, diesen Sounds hinterher zu hecheln. Es gibt viele gute Gitarrensounds, der Dumble kann ein, zwei davon, meine Bludos können es mindestens ebenso gut und sind sehr viel flexibler einsetzbar.

Hier habt Ihr noch ein bisschen David Lindley mit Dumble - und der Herr war ja in seinen Hochzeiten auch nicht zimperlich mit den Dumble-Amps:

https://www.youtube.com/watch?v=TAbbgSKUZB4

Viele Grüße

Markus

Benutzeravatar
silversonic65
Beiträge: 2217
Registriert: Do 20. Sep 2012, 19:52

Re: The unknown Zerrer

Beitragvon silversonic65 » Sa 19. Nov 2016, 16:22

David Lindley habe ich Anno `82 live auf der Loreley gehört/gesehen.
Ein Zausel verkaufte dem Publikum währenddessen sogenannte "Bioknödel".
Einen davon hab ich auch gegessen. Danach war ich satt bis zum übernächsten Tag.
Abends spielte dann Rory Gallagher über seine kaputten Amps.


Zurück zu „Equipment / Recording / Technik“